Montag, 7. September 2026
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    Mehr als nur Schrift

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    Die Galerie Daniel und die Kunst zeigt im Rahmen der ersten Hamburg Art Week in Kollaboration mit der HIMS Academy in der Ausstellung „A Quiet Wildness“ Werke des pakistanischen Künstlers Muzzumil Ruheel. Zu sehen sind kalligrafische, dreidimensionale Skulpturen aus Stahl, bei denen sich alles um Schrift, Sprache und Verständigung dreht.

    Kalligrafie wird in Europa meist als schönes Schreiben verstanden. Im chinesischen, persischen und pakistanischen Kulturraum ist sie jedoch weit mehr als das: Sie verbindet Sprache, Philosophie, Religion und kulturelle Identität und gilt seit Jahrhunderten als eigenständige Kunstform. Was geschieht, wenn Kalligrafie auf Menschen trifft, die die Schrift gar nicht lesen können? Erleben sie lediglich Linien und Formen – oder kann Schrift auch jenseits ihrer sprachlichen Bedeutung wirken?

    Unter anderem mit dieser Frage beschäftigt sich die Ausstellung. Denn Muzzumil Ruheel übersetzt geschriebene Sprache in dreidimensionale Skulpturen aus Stahl. Aus kalligrafierten Sätzen entstehen Löwen, Pferde, Eulen oder Drachen. Buchstaben werden zu Gliedmaßen, Schriftzüge zu Flügeln, Hörnern oder Federn. Seine Arbeiten erzählen von Gedanken, die unausgesprochen bleiben – von Sätzen, die nie ausgesprochen wurden und dennoch weiterleben.

    Who Are You, Exactly? von Muzzumil Ruheel der erstmals in Hamburg ausgestellt wird
    A Round of Applause for the Arrival

    Bemerkenswert ist dabei auch, dass Ruheels Arbeiten auf zwei Ebenen funktionieren. Für Menschen, die die urdusprachige Kalligrafie lesen können, eröffnet sich eine zusätzliche Bedeutungsebene: Sie begegnen nicht nur den skulpturalen Formen, sondern auch den Worten selbst. Betrachter ohne Sprachkenntnisse erleben dieselben Werke hingegen zunächst über ihre Form und Symbolik. Ruheels Werke zeigen, dass Schrift zugleich Bedeutung und Bild, Sprache und Skulptur sein kann und dass Kalligrafie auch dort Verständigung ermöglicht, wo Worte nicht gelesen werden können.

    Mit der Einzelausstellung wird Muzzumil Ruheel erstmals in Hamburg präsentiert. Er wurde 1985 in Lahore geboren und ist Absolvent der School of Visual Arts, Beacon House National University (BNU) 2009. Muzzumil war Mitglied des Lehrkörpers der Indus Valley School of Art and Architecture (Karatschi), der School of Visual Arts, Beacon House National University (Lahore) und der Abteilung für visuelle Studien an der Universität Karatschi. Der Künstler lebt in Karatschi, Pakistan und hatte bereits viele Ausstellungen im In- und Ausland. Seine Arbeiten sind Teil wichtiger öffentlicher und privater Sammlungen. Der international renommierte Künstler war bereits in Museen, Galerien und auf Biennalen in Pakistan, Deutschland, Großbritannien, Indien, den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten vertreten.

    Was: Ausstellung „A Quiet Wildness“ mit Werken von Muzzumil Ruheel
    Wann: 04. September bis 10. Oktober
    Wo: Galerie „Daniel und die Kunst“, Am Kaiserkai 30
    Infos: Tel. 0151 10 17 55 75 & www.danielunddiekunst.com

    Aufmacherfoto: I Don’t Need to Be Spoon-Fed von Muzzumil Ruheel. Foto Daniel und die Kunst (KI-generiert), Artwork © Muzzumil Ruheel 

    Kai Wehl
    Kai Wehl
    Chefredakteur
    Anzeigen-Spezial

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