Am 20. Mai ist Weltbienentag. An diesem Tag wird weltweit auf die immense Bedeutung der Bienen hingewiesen, die 75 Prozent unserer Nahrungsmittelpflanzen bestäuben und somit für den Menschen überlebenswichtig sind. Doch Bienen – und ganz besonders Wildbienen – sind nicht nur für die Landwirtschaft von entscheidender Bedeutung. Sie tragen auch zur Bestäubung und Vermehrung von Wildpflanzen bei, was die bunte Vielfalt auf unseren Wiesen fördert. Diese blühenden Wiesen bieten wiederum zahlreichen anderen Tierarten Nahrung und Lebensraum. Ein Rückgang der Wildbienenpopulationen hat daher weitreichende Folgen für die gesamte Biodiversität. Der NABU unterstützt Wildbienen und weitere Insekten mit konkreten Aktionen in ganz Hamburg.
„Die Ökosystemleistungen, die Wildbienen und andere Insekten für uns erbringen, werden nach wie vor nicht genug gewürdigt. Sie sind für die Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen zuständig, verbessern die Fruchtbarkeit des Bodens und sind wichtige Nützlinge in der Forst- und Landwirtschaft. Wildbienen sind ein gutes Beispiel, warum auch der Mensch am Erhalt der Biodiversität interessiert sein muss. Sie ist schlichtweg unsere Lebensgrundlage. Es ist unerlässlich, die Lebensräume dieser wichtigen Insekten zu schützen und zu fördern, um die Stabilität und Gesundheit unserer Ökosysteme zu gewährleisten“, sagt Malte Siegert, Vorsitzender des NABU Hamburg.
Der Mensch ist darüber hinaus besonders stark von der Wildbiene abhängig, denn der Großteil der Bestäubungsarbeit wird nicht von Honigbienen, sondern von Wildbienen geleistet. Ihre Effizienz ist beeindruckend: Studien zeigen, dass der Fruchtansatz bei einigen Wildbienenarten bei gleicher Anzahl von Blütenbesuchen doppelt so hoch ist wie bei der Bestäubung durch Honigbienen. Zudem gibt es Pflanzen, wie den Rotklee oder die Luzerne, die ausschließlich von Wildbienen bestäubt werden und daher auf ihre Arbeit angewiesen sind.
Wissenschaftliche Studien zeigen außerdem, dass Wildbienen Kirschbäume und Rapspflanzen viel effektiver bestäuben als Honigbienen: Um einen Hektar Apfelbäume zu bestäuben, müssen mindestens 100.000 Honigbienenarbeiterinnen anrücken, die Gehörnte Mauerbiene jedoch schafft dies mit nur 400-600 Individuen. Wildbienen sind auch dann aktiv, wenn es den Honigbienen zu kalt ist: Sie fliegen bei geringerer Sonneneinstrahlung und bei niedrigeren Temperaturen.
„In Deutschland gibt es über 600 Wildbienenarten, aber nur etwa ein Drittel davon ist als ungefährdet eingestuft. Um sie effektiv zu schützen, müssen wir bei den verschiedenen Treibern des Insektensterbens ansetzen. Es ist vor allem die Kombination aus intensiver und strukturarmer Landwirtschaft, Klimawandel, Flächenversiegelung und Lichtverschmutzung, die die Insektenpopulationen so schnell schwinden lassen”, sagt Dr. Katharina Schmidt, Referentin für StadtNatur beim NABU Hamburg.
Projekte des NABU Hamburg für mehr Wildbienen – Hier kann jede*r mithelfen!
Damit es auf unseren Wiesen und Feldern, in Parks und Grünflächen wieder summt und brummt, braucht es ein Netz von nicht-bewirtschafteten Landschaftselementen wie Hecken und Brachen und blütenreichen Wiesen. Dafür setzt sich der NABU Hamburg aktiv ein. In vielen Stadtteilen schafft der Verband Lebensraum für Wildbienen, Hummeln und andere Insekten. So pflegen Ehrenamtliche des NABU strukturreiche Wildblumenwiesen unter anderem im Stadtpark Eimsbüttel, in Altona an Palmaille, an der Seebek oder im Harburger Stadtpark. Auch in der HafenCity gibt es mittlerweile eine Wildblumenwiese, betreut von der NABU-Gruppe Stadtmitte. Die verschiedenen NABU-Stadtteilgruppen freuen sich immer über helfende Hände bei der Pflege der Wildblumenwiesen!
Hinzu kommen die StadtNatur-Aktionstage des NABU. Bei diesen Arbeitseinsätzen werden Areale in Parks und Grünanlagen durch eine naturnahe Bepflanzung zu vielfältigen Lebensräumen für Insekten umgestaltet. Der NABU lädt alle interessierten Hamburger*innen ein, bei diesen Vorhaben mitzuhelfen. In 2026 gibt es insgesamt 10 solcher Aktionstage. Der nächste Termin ist am 30. Mai im Himmelsmoor in Duvenstedt. Alle Termine der StadtNatur-Aktionstage 2026 gibt es HIER.
Informationen und praktische Tipps zum Anlegen einer Wildblumenwiese gibt es HIER.
