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    25 Jahre le voyage abstrait in Winterhude

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    Als das Planetarium Hamburg im Juni 2001 für ein Jahr seine Türen schließen sollte, stand für den damaligen Direktor Thomas Kraupe fest: Der Abschied durfte kein leiser sein. Stattdessen wollte er ein Ereignis schaffen, das in Erinnerung bleibt – eine letzte Reise, bevor das Haus in die Dunkelheit der Renovierung eintaucht. Für diese Idee wandte er sich an Raphaël Marionneau. Was als Abschieds-Event gedacht war, wurde zum Dauerbrenner: im Juni gibt es zwei Jubiläumsshows.

    Marionneau war zu diesem Zeitpunkt bereits eine feste Größe im Hamburger Nachtleben. Seit 1996 hatte er mit seinem Chill-out-Format „le café abstrait“ im Mojo Club einen Ort geschaffen, an dem elektronische Musik jenseits des Mainstreams zelebriert wurde – lange bevor Chill-out in Deutschland zum Begriff wurde. Für das Planetarium schlug Marionneau ein Konzept vor, das Musik, Raum und Wahrnehmung miteinander verschmelzen ließ: eine dreiteilige Reise von klassischer Musik über Chill-out bis hin zu House. Der Titel: „le voyage abstrait“. Was als einmaliges Abschiedsevent gedacht war, wurde über Nacht zur Legende. Mehr als 500 Menschen drängten in das Planetarium, obwohl lediglich 300 Plätze zur Verfügung standen. Besucher lagen auf dem Boden, blickten in die Kuppel, verloren Zeit und Orientierung – und fanden genau darin den Reiz des Abends. Das Planetarium hatte sich für einige Stunden in einen Club verwandelt, ohne seine wissenschaftliche Aura zu verlieren.

    Raphaël Marionneau (ca. 2007)

    Nach der Wiedereröffnung des modernisierten Hauses war schnell klar: Diese Reise musste weitergehen. „le voyage abstrait“ wurde zur festen Institution – jeden ersten Mittwoch im Monat. Raphaël Marionneau an den Decks, Simon Böttcher mit seinen Lasershows, Thomas Kraupe verantwortlich für Sternprojektion und visuelle Dramaturgie. Zwei Teile à 60 Minuten, präzise choreografiert zwischen Musik, Licht und Kosmos. Die Resonanz war enorm: Oft waren die Abende über sechs Monate im Voraus ausverkauft. Über mehr als ein Jahrzehnt entwickelte sich „le voyage abstrait“ zu einem der konstant erfolgreichsten und zugleich ungewöhnlichsten DJ-Formate der Stadt – eine Schnittstelle zwischen Clubkultur und Hochkultur, zwischen Tanzfläche und Sternenhimmel.

    2005 öffnete Marionneau das Konzept erstmals für Gastkünstler. Mit The Discoboys, Moonbootica und Boris Dlugosch begann die Reihe „le voyage abstrait Deluxe“, in der nationale und internationale Künstler ihre eigene musikalische Vision einer kosmischen Reise präsentierten. In den folgenden Jahren standen Größen wie Blank & Jones, Mousse T., Timo Maas, ATB, Richard Dorfmeister, Christian Löffler, Stimming, Ulrich Schnauss und viele andere unter der Planetariumskuppel – ein Line-up, wie man es sonst nur aus Clubs oder auf Festivals kannte.

    Ein weiterer Meilenstein folgte 2009 mit der Premiere von „Mousse T., Schiller, Marionneau“ – kurz MSM. Die Kontraste hätten kaum größer sein können: Mousse T. mit seinem funk- und housegeprägten Sound, Christopher von Deylen alias Schiller mit epischer Elektronik und Marionneau als verbindendes Element. Das Publikum honorierte diese Spannung mit ausverkauften Reihen: Vier Shows an einem Wochenende, über mehrere Jahre hinweg ein Highlight im Programm des Planetariums. Visuell getragen wurde das Format von den eindrucksvollen Laser- und Bildwelten von Thomas Kraupe und Simon Böttcher. Nach dem Tod von Simon Böttcher im Jahr 2014 übernahm Mirko Schinke die Verantwortung für Licht und Laser und führte die visuelle Handschrift weiter.

    DJ Legenden: „Mousse T., Schiller, Marionneau“ – kurz MSM

    Während einer weiteren Renovierungspause im Sommer 2016 verlagerte sich „le voyage abstrait“ erstmals nach draußen. Vor dem Planetarium entstand ein Open-Air-Format, das mehr als 3.000 Besucher zu einem Sundowner und einer langen Nacht unter freiem Himmel anzog. Der Erfolg war so groß, dass das Event im Folgejahr wiederholt wurde.

    Mit dem Abschied von Thomas Kraupe im Jahr 2022 endete eine prägende Ära des Planetariums Hamburg. Unter der Leitung des neuen Direktors Björn Voss begann 2023 eine behutsame Neuausrichtung: Raphaël Marionneau entwickelte seine Konzepte weiter und brachte sie unter den neuen Titeln „Voyage Cosmique“ und „Classique Cosmique“ zurück in die Kuppel. Was geblieben ist, ist mehr als eine Veranstaltungsreihe. „le voyage abstrait“ hat gezeigt, dass elektronische Musik nicht nur Club, sondern auch Raumkunst sein kann – und dass ein Planetarium mehr sein kann als ein Ort der Sterne: nämlich ein Ort der kollektiven Erfahrung.

    Mit über 280 Vorstellungen, mehr als 65.000 Besucherinnen und Besuchern und jeder Show als Unikat hat sich das Format als feste kulturelle Institution in Hamburg etabliert. Die Verbindung aus elektronischer Musik, visuellen Projektionen und Laserkunst – gestaltet von Thomas Kraupe, Mirko Schinke und Björn Voss – schafft seit einem Vierteljahrhundert ein immersives Gesamterlebnis unter der Kuppel des Planetariums.

    Jubiläumsshows:
    Freitag, 5. Juni 2026 – „le voyage abstrait: 25 Lichtjahre“
    Zum 25-jährigen Jubiläum präsentiert Raphaël Marionneau gemeinsam mit Thomas Kraupe, Björn Voss (Sterne) und Mirko Schinke (Licht & Laser) eine exklusive Sondershow. Ein DJ-Set mit Musik aus 25 Jahren elektronischer Musikgeschichte steht im Mittelpunkt des Abends.
    Sonntag, 7. Juni 2026 – „Voyage Cosmique: Neue Welten“
    Die aktuelle Version von „Voyage Cosmique“ verbindet elektronische Musik und Deep House mit einer visuellen Performance von Björn Voss (Sterne) und Mirko Schinke (Licht & Laser).

    Mehr Infos und Karten gibt es HIER. Mehr Infos zu Raphaël Marionneau gibt es HIER.

    Alle Fotos: © Presse / Archiv Planetarium Hamburg

    Kai Wehl
    Kai Wehl
    Chefredakteur
    Anzeigen-Spezial

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