Das fordert der NABU Hamburg von Politik und Verwaltung anlässlich des Tags des Baumes (25. April), der eine ganz besondere Spezies der Pflanzen ins Licht der Öffentlichkeit heben soll. Der NABU begrüßt, dass am Internationalen Tag des Baumes auf der ganzen Welt zahlreiche Bäume gepflanzt werden, gleichzeitig müsse aber auch der Schutz und der Erhalt des Baumbestands im Fokus stehen.
„Je älter ein Baum, desto mehr leistet er, er speichert mehr Kohlenstoff und produziert mehr Sauerstoff als ein junger Baum. Zum Beispiel kann eine 80 Jahre alte Linde jährlich 89.000 Liter Sauerstoff bilden und 160 kg CO2 binden, ihre Kühlleistung durch Verdunstung beträgt 32.700 kWh, im Gegensatz zu einer 20 Jahre alten Linde, die jährlich 10.000 Liter Sauerstoff bildet, 18 kg CO2 bindet und eine Kühlleistung von 3.300 kWh hat (Quelle https://gruene-stadt-der-zukunft.de/steckbrief-baeume-als-hitzeschutz/)“, erklärt der NABU Hamburg.
Beim Baumschutz müsse daher nach dem Prinzip Erhalt vor Ersatz gehandelt werden. Ein alter Baum, der in der Stadt groß geworden sei, würde niemals in seiner Funktion von einem neu gepflanzten Baum zu ersetzen sein. Daher begrüßt der NABU Hamburg die Auszeichnung eines alten Japanischen Schnurbaums an der Alster als Nationalerbe-Baum, der dadurch besondere Aufmerksamkeit in der Pflege bekommen soll, um sehr alt zu werden.

Stadtstandorte seien für Bäume Extremstandorte – nach Auffassung des NABU sollten wo immer möglich Flächen entsiegelt werden, damit Regenwasser versickern kann und der Vegetation zur Verfügung steht. Außerdem sollte durch bauliche Maßnahmen oder durch Geländemodellierung Regenwasser den Bäumen aktiv zugeleitet werden. „Vor dem Hintergrund des Klimawandels muss jetzt unbedingt in eine funktionierende grüne Infrastruktur investiert werden“, so der Umweltverband. Daher fordert der NABU mehr Anstrengung bei dem Erhalt und der Entwicklung von Baumstandorten an Straßen, auch durch einen Rück- und Umbau von Parkplätzen. Parkplätze dürfen nicht gegen Bäume aufgewogen werden.
Stadtbäume übernehmen gerade in dicht besiedelten Städten mit meist mäßiger Luftqualität viele nützliche Funktionen. So tragen Bäume als integraler Bestandteil einer lebendigen Stadtnatur nicht nur zu einem schönen Stadtbild bei. Sie spenden vor allem Schatten, produzieren Sauerstoff, filtern Schadstoffe und verbessern somit die Luftqualität. Zudem schützen Bäume vor Wind, halten Lärm ab, speichern Kohlenstoff und bieten Tieren wie Vögeln oder Insekten einen unverzichtbaren Lebensraum. All diese so genannten „Ökosystemleistungen“ gibt es völlig kostenlos. Noch. Denn je stärker der Mensch die Funktionen von Bäumen einschränkt oder sogar komplett zerstört, desto mehr Geld kostet es am Ende die Gesellschaft.
„Wieso schützen und fördern Politik und Verwaltung diese kostenlosen Ökosystemleistungen von Bäumen nicht besser? Wieso wird zugelassen, dass jeder Parkplatz an einem Baum wichtiger ist, als der Baum selbst? Wir sind wegen der vielen positiven Wirkungen von Bäumen in der Stadt gut beraten, sie zu erhalten und alles dafür zu tun, dass Stadtbäume alt werden können. Allein deswegen, weil heute neu gepflanzte Bäume eine viel geringere Lebenserwartung haben“, sagt Malte Siegert, Vorsitzender vom NABU Hamburg.
Die NABU-Gruppe Eimsbüttel beispielsweise bietet mit der App „Hallo Baum“ die Möglichkeit, Infos zu den einzelnen Hamburger Straßenbäumen wie Alter, Leistungen zu Sauerstoffproduktion und Beschattung abzurufen. Weitere Informationen zu der App „Hallo Baum“ gibt es HIER.
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