Zum 58. Mal kamen Akteurinnen und Akteure aus dem Bereich Nachhaltigkeit mit engagierten Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Zivilgesellschaft beim N Klub zusammen. Der Abend stand im Zeichen des Austauschs über zentrale Zukunftsfragen der Stadt sowie der Vorstellung innovativer Projekte und Initiativen. Das abwechslungsreiche Programm bot inspirierende Gespräche, neue Impulse und die Verleihung des Haspa Nachhaltigkeitspreises, der herausragendes Engagement im Bereich Nachhaltigkeit würdigt.
Der N Klub ist eine 2008 von der Gute Leude Fabrik ins Leben gerufene Plattform für Zukunftsfähigkeit und Deutschlands ältestes Netzwerk für Nachhaltigkeit, bei dem Ideen auf Aufmerksamkeit und Engagierte auf Gleichgesinnte treffen. Denn die Gastgeber um Gute Leude Fabrik-Chef Lars Meier bringen Akteure aus allen Bereichen der Nachhaltigkeit auf Events mit verschiedenen Formaten zusammen und geben Raum für Inspiration und Motivation. Ziel: Zukunft gemeinsam zu gestalten.
Die 58. N Klub-Auflage in den Räumlichkeiten von Küstenrad in Bahrenfeld wurde durch einen Impulsvortrag vom Moderator und Autor Michel Abdollahi eröffnet. Er sprach über seine aktuelle Buchtour „Es ist unser Land“. Dabei ging es um gesellschaftlichen Zusammenhalt, Verantwortung und die Frage, wie wir als Gesellschaft Zukunft gestalten wollen. „Wir müssen aufhören zu glauben, dass andere unsere Demokratie für uns retten – das liegt in unserer eigenen Verantwortung. Und es war noch nie so einfach, aktiv zu werden: Nutzt die Möglichkeiten, die wir haben. Gebt zum Beispiel in eine KI ein, dass ihr euch jeden Tag ein paar Minuten für die Demokratie einsetzen wollt und ihr bekommt konkrete Ideen, wie das aussehen kann. Fünf Minuten am Tag reichen schon, um etwas zu bewegen. Entscheidend ist, dass wir überhaupt anfangen und ins Handeln kommen.“

„N Klub fragt nach“: Bürgermeister Peter Tschentscher im Gespräch
Ein Höhepunkt des Abends war erneut das Gesprächsformat „N Klub fragt nach“. Dieses Mal stellte sich Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher den Fragen von Gastgeber Lars Meier. Im Mittelpunkt standen die Herausforderungen und Chancen einer nachhaltigen Stadtentwicklung sowie der wirtschaftliche und gesellschaftliche Mehrwert von Olympischen und Paralympischen Spielen in Hamburg. „Hamburg hat die Chance, sich als zukunftsorientierte, internationale Metropole weiterzuentwickeln – dafür brauchen wir den Mut, große Projekte gemeinsam anzugehen. Die Olympischen und Paralympischen Spiele können weit mehr sein als ein Sportereignis: Sie stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt, bringen wirtschaftliche Impulse und treiben wichtige Entwicklungen wie Barrierefreiheit und Infrastruktur voran. Entscheidend ist dabei, dass die Bürgerinnen und Bürger diesen Weg mittragen – genau dafür sind demokratische Entscheidungen wie Volksentscheide so wichtig.“

Stand der Dinge: Nachhaltigkeit zwischen Stadtentwicklung, Wirtschaft und Verantwortung
In der Rubrik „Stand der Dinge“ diskutierten Lars Meier und seine Gäste Kay Gätgens (IBA Hamburg GmbH), Sven Ebert (Mercado), Maximilian Schay (Küstenrad) und Oliver Dörner (Otto Dörner GmbH) darüber, wie nachhaltige Entwicklung in Hamburg konkret gestaltet werden kann und welche Verantwortung unterschiedliche Akteure dabei tragen. „Stadtentwicklung braucht Zeit und Durchhaltevermögen – wir sprechen hier von Zeiträumen von 15 bis 20 Jahren, in denen ganze Quartiere entstehen. Dabei geht es nicht nur um Gebäude, sondern um lebenswerte Räume mit sozialer Infrastruktur und nachhaltigen Konzepten. Entscheidend ist, dass wir heute schon so bauen, dass kommende Generationen Ressourcen wiederverwenden können.“ (Kay Gätgens, IBA Hamburg GmbH)
„Nachhaltigkeit muss erlebbar sein – nur wenn Menschen sehen und verstehen, was möglich ist, werden sie selbst aktiv. Genau dafür schaffen wir im Mercado mit den Green Days eine Plattform, auf der nachhaltige Initiativen ihre Arbeit zeigen und Menschen inspirieren können. Gerade solche niedrigschwelligen Angebote sind entscheidend, um Engagement in die Breite der Gesellschaft zu tragen.“ (Sven Ebert, Mercado)
„Das E-Bike hat sich längst vom Nischenprodukt zu einer echten Mobilitätslösung für alle Lebensbereiche entwickelt. Studien zeigen, dass Menschen mit E-Bikes nicht weniger, sondern mehr fahren – und damit auch gesünder unterwegs sind. Gerade in Städten wie Hamburg sehen wir, wie sich nachhaltige Mobilität ganz praktisch im Alltag durchsetzt.“ (Maximilian Schay, Küstenrad)
„Die Rohstoffe auf unserer Welt sind begrenzt – deshalb führt an funktionierendem Recycling kein Weg vorbei. Wir müssen Materialien so aufbereiten, dass sie wiederverwendet werden können, anstatt sie einfach zu entsorgen. Die Technologien dafür sind da – jetzt geht es darum, sie konsequent einzusetzen und weiterzudenken.“ (Oliver Dörner, Otto Dörner GmbH)
Haspa Nachhaltigkeitspreis 2026: Auszeichnung für das Regenbogenhaus St. Pauli Der mit 2.500 Euro dotierte Haspa Nachhaltigkeitspreis wurde im Rahmen des 58. N Klubs an das Regenbogenhaus St. Pauli verliehen. Die Initiative setzt sich für Vielfalt, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt ein und schafft Räume für Begegnung und Unterstützung.

100 Sekunden für Nachhaltigkeit: Vier Initiativen, vier starke Ideen
Ein besonderes Highlight des Abends war erneut das Kurzformat „100 Sekunden“, bei dem sich vier Initiativen mit ihren Projekten präsentierten. Nalu stellte eine innovative Alternative zu herkömmlichen Süßigkeiten vor und setzt auf Produkte mit deutlich reduziertem Zuckergehalt. Die Initiative wir bewegen Kids engagiert sich für Kinder aus Familien mit geringem Einkommen und schafft niedrigschwellige Bewegungs- und Freizeitangebote. Looki e.V. zeigte, wie Wildtierrettung in Hamburg organisiert wird und welchen Beitrag ehrenamtliches Engagement zum Schutz der heimischen Tierwelt leisten kann. Die amuna gUG stellte ihre Arbeit im Bereich interreligiöser Bildung vor und zeigte, wie bereits im Kita-Alltag Verständnis und Dialog gefördert werden können.

Mehr Infos zum N Klub gibt es HIER.
Aufmacherfoto: Moderator und Autor Michel Abdollahi, Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher und Gastgeber und N Klub-Chef Lars Meier (v.l.) Fotos: © Kai Wehl (4)
