Mit “Hamburg Musik im Dunkeln” wurde die Laeiszhalle zum Schauplatz eines außergewöhnlichen musikalischen Erlebnisses. Veranstaltet wurde das Konzert vom Verein MenscHHamburg e.V. zugunsten des Dialoghauses Hamburg. Die Laeiszhalle wurde dafür stark abgedunkelt. Lichtshows, große Leinwände oder visuelle Effekte spielten keine Rolle. Für viele Gäste entstand eine fast mystische Atmosphäre, in der jeder Ton und jede Nuance stärker spürbar wurde. Es hat sich gelohnt: 66.600 Euro kamen für den guten Zweck zusammen.
Durch den Abend führte die Journalistin und NDR-Kulturmoderatorin Julia Westlake, die Gespräche mit den auftretenden Künstlerinnen und Künstlern führte und das Publikum durch das Programm begleitete. Die Hamburger Schauspielerin, Sängerin und ausgebildete Gebärdensprachdolmetscherin Caroline Kiesewetter übersetzte als die Moderationen und Interviews und machte den Abend auch für gehörlose Gäste zugänglich. Zu Beginn begrüßte Hamburgs Finanzsenator Dr. Andreas Dressel das Publikum und würdigte die Bedeutung des Dialoghauses für die Stadt. „Das Dialoghaus ist ein ganz besonderer Ort, der Menschen nachhaltig prägt und den Blick auf das Leben verändert. Solche Abende verbinden kulturellen Genuss mit gesellschaftlicher Verantwortung und zeigen, wie wichtig es ist, diese Orte in unserer Stadt zu erhalten.“

Auf der Bühne wurde eine einzigartige musikalische Mischung präsentiert: Enno Bunger, Rolf Zuckowski, Anna Depenbusch, Lotto King Karl & der eine Richtige, Sebastian Krumbiegel und Miss Allie gestalteten den Abend mit sehr persönlichen Auftritten und Gesprächen. Alle beteiligten Künstlerinnen und Künstler verzichteten für diesen besonderen Abend auf ihre Gagen. Ihre Auftrittserfahrung bei „Hamburg Musik im Dunkeln“ beschrieb Anna Depenbusch, wie folgt: „Man spürt das Publikum im Raum, auch wenn man es nicht sieht. Diese Intensität ist etwas ganz Eigenes und sehr Berührendes. Allein die Idee, auf einer Bühne zu stehen und nicht gesehen zu werden, macht diesen Abend für uns Künstler zu etwas völlig Einzigartigem.“
Das Konzert knüpfte bewusst an die Arbeit des Dialoghauses Hamburg an, das mit Formaten wie Dialog im Dunkeln oder Dialog im Stillen seit mehr als 25 Jahren Räume schafft, in denen Menschen die Lebensrealitäten blinder oder gehörloser Menschen besser verstehen können. „Das Dialoghaus zeigt auf eine sehr besondere und zugleich unterhaltsame Weise, wie wichtig es ist, die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen und neue Blickwinkel zuzulassen“, erklärte Rolf Zuckowski nach seinem Auftritt mit seiner Tochter Anushka Zuckowski und der Kinderliedermacherin Hier kommt Nina.


Die Geschäftsführerin des Dialoghaus Hamburg Svenja Weber, erinnerte daran, welche Bedeutung Perspektivwechsel und Begegnung für das gesellschaftliche Miteinander haben: „Es ist etwas ganz Besonderes zu sehen, wie viele Menschen und Künstler diesen Abend möglich machen und gemeinsam für unsere Idee einstehen. Durch Begegnung und direkte Erfahrung entsteht genau das, was wir erreichen wollen, nämlich Verständnis, Empathie und ein neuer Blick aufeinander“.

Der Konzertinitiator Lars Meier sprach über die Idee hinter dem Konzert und kündigte an, das Konzert nächstes Jahr erneut umzusetzen: „Diese Idee ist aus dem Wunsch entstanden, Menschen zusammenzubringen und gleichzeitig etwas wirklich Sinnvolles für die Stadt zu tun. Es ist schön zu erleben, dass man auch mit Haltung beste Unterhaltung liefern kann.“
Mit seiner unverwechselbaren Art erwärmte Lotto King Karl, die Herzen der Hamburger. Sebastian Krumbiegel machte die Bedeutung vom Engagement für die Demokratie auf eindrucksvolle Weise hörbar. Miss Allie sorgte für eine ausgelassene Stimmung im Saal und sorgte für herzhaftes Lachen und tosenden Applaus. Im großen Konzertfinale öffnete sich schließlich der dunkle, halbtransparente Vorhang, als Stefanie Hempel, die zuletzt für große Begeisterung im St. Pauli Theater sorgte, den Beatles Klassiker Hey Jude anstimmte. Die vielen strahlenden Gesichter im Saal machten deutlich, wie sehr dieser besondere Abend die Menschen berührt und verbunden hat.
Mehr Infos zu MenscHHamburg gibt es HIER und zum Dialoghaus Hamburg gibt es HIER.
Aufmacherfoto: Unter dem Titel „Hamburg Musik im Dunkeln“ wurde der große Saal der Laeiszhalle für einen Abend in Dunkelheit gehüllt. Musikerinnen und Musiker aus ganz unterschiedlichen Genres, darunter Rolf Zuckowski, Anna Depenbusch, Lotto King Karl und Weitere, traten in einem inklusiven Konzert auf und ließen das Publikum Musik auf eine neue, ungewohnte Weise Musik erleben. Alle Fotos: © Public Address Presseagentur
