Mit einer hochkarätigen Vernissage eröffnete die Galerie Roschlaub gestern Abend feierlich ihre neuen Räume in der Milchstraße 21 in Hamburg-Harvestehude. Zahlreiche Gäste aus Kunst, Kultur, Medien und Gesellschaft folgten der Einladung, um nicht nur die neuen Galerieräume kennenzulernen, sondern zugleich die Eröffnungsausstellung „COLORS + BLACK + WHITE“ zu entdecken. Gezeigt werden Fotografien von Werner Bischof, die noch bis zum 19. April in der Galerie zu sehen sind.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht ein bislang wenig bekannter Aspekt von Bischofs Werk: seine Farbfotografie. Im spannungsreichen Dialog mit seinen ikonischen Schwarzweiß-Aufnahmen eröffnet sich den Besucher*innen ein neuer, überraschender Blick auf das Schaffen eines der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Möglich wurde diese Wiederentdeckung durch Marco Bischof und Tania Kuhn, die vor vier Jahren im Archiv des Werner Bischof Estate auf Kisten mit Hunderten von Glasplattennegativen stießen – ein verborgener Schatz bislang unbekannter Farbfotografien. Die Originalnegative aus den Jahren 1938 bis 1954 zeigen eindrucksvolle Motive aus der Schweiz, dem Europa der Nachkriegszeit sowie aus den zahlreichen Ländern, die Werner Bischof bereiste. Über mehrere Jahre hinweg wurden sie aufwendig restauriert und neu interpretiert. Die daraus entstandenen Abzüge verleihen Bischofs Werk eine neue Dimension und machen einen bislang kaum bekannten Teil seines künstlerischen Schaffens sichtbar.

© Werner Bischof Estate / Magnum Photos
Werner Bischof arbeitete mit einer Rolleiflex, einer Leica und der technisch anspruchsvollen Devin Tri-Color-Kamera. Letztere ermöglichte erstmals farbige „One-Shot“-Aufnahmen, bei denen das Bild gleichzeitig über Spiegel auf drei Glasplatten belichtet wurde – jeweils mit Rot-, Grün- und Blaufilter versehen. Das Ergebnis: Fotografien von außergewöhnlicher Schärfe und beeindruckender farblicher Intensität. Marco Bischof sieht in der Farbfotografie auch einen Ausdruck der frühen Ambitionen seines Vaters, Maler zu werden – ein Traum, der durch den Krieg unerfüllt blieb. In einem Brief an seinen Weggefährten Robert Capa schrieb Werner Bischof einst: „In meinem Herzen werde ich immer ein Maler sein, der Vergangenes in Farbe sieht.“
Zu den Gästen des Abends zählten unter anderem Ingeborg Prinzessin zu Schleswig-Holstein, Ole von Beust mit Lukas Förster, Guido Maria Kretschmer mit Frank Mutters, Marco Bischof, Jo Groebel mit Grit Weiss, Kristina Tröger und Ulrike Krages sowie zahlreiche weitere Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur, Medien und Wirtschaft.


Kulinarisch begleitet wurde die Vernissage von feinen chinesischen Spezialitäten des Dim-Sum-Hauses – ein stimmungsvoller Rahmen für einen Abend, der Kunst, Geschichte und Genuss auf besondere Weise miteinander verband.

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Aufmacherbild: Sue Giers, Kirsten Roschlaub & Marion Fedder
Bilder: © Claudia Tejeda
