Der Annemarie Dose Preis wurde in diesem Jahr erstmals in gemeinsamer Ausrichtung von MenschHHamburg e.V. und der Hamburger Tafel feierlich im Centralkomitee Hamburg vergeben. Vor Gästen aus Politik, Kultur und Zivilgesellschaft wurden drei Preisträgerinnen und Preisträger geehrt, die im Sinne von Annemarie Dose handeln: mutig, beharrlich und mit sichtbarem gesellschaftlichem Impact. In diesem Jahr gab es Auszeichnungen für herausragendes Engagement in Bildung, Inklusion und sozialer Führungskraft.
Mit jeweils 6.666 Euro erreichte die Dotierung die höchste Summe seit Bestehen des Preises. In seinem Grußwort hob Hamburgs Finanzsenator Dr. Andreas Dressel die Bedeutung zivilgesellschaftlicher Initiativen für den sozialen Zusammenhalt der Stadt hervor: „Hamburg ist Hauptstadt des zivilgesellschaftlichen Engagements. Trotz aller Widrigkeiten zeigen Projekte wie diese, wie stark unsere Stadt ist, wenn Menschen füreinander einstehen.“ Die Jury bestand aus Dr. Nele Todsen (Vorstand der Annemarie Dose Stiftung), Schauspielerin Andrea Gerhard, SPD-MdHB Arne Platzbecker, Mats Regenbogen (Vorsitzender der Hamburger Tafel) und Lars Meier (Vorstand MenscHHamburg e.V.). Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger erfolgte auf Basis zahlreicher Bewerbungen aus ganz unterschiedlichen sozialen Bereichen.

Auszeichnungen für zwei innovative Gruppenprojekte
Zwei Projekte haben die Jury in diesem Jahr besonders überzeugt. Sie wurden mit den Gruppenpreisen ausgezeichnet, die bereits im Vorfeld bekannt gegeben wurden. Die erste Auszeichnung ging an das Projekt „Hege Helping Hands“, das mit einer eigens entwickelten Lesegeschichte Kinder aus Zuwandererfamilien spielerisch beim Erlernen der deutschen Sprache unterstützt. Kreative Lesegeschichten und ehrenamtliche Begleitung fördern Sprachkompetenz, Selbstvertrauen und soziale Teilhabe. Die Laudatio hielt Schauspielerin Rhea Harder-Vennewald, die Preisübergabe erfolgte durch Dr. Nele Todsen. Neben der Dotierung erhielt das Projekt als Sachpreis ein Jahr lang zwei Premierenplätze im Ernst Deutsch Theater. Die Jury betonte den unmittelbaren, alltagsnahen Mehrwert für Schulen und Familien.
Die zweite Ehrung ging an die Initiative „Wir sind Wir – Inclusion in Sailing e. V.“, die in Kooperation mit dem Hamburger Segel-Club e. V. Kindern mit Behinderung inklusive Segelerfahrungen auf der Alster ermöglicht. Das Projekt schafft besondere Natur- und Gemeinschaftserlebnisse und zeigt, wie Inklusion durch praktische Erfahrungen nachhaltig verankert werden kann. Die Laudatio übernahm Schauspielerin und Moderatorin Andrea Gerhard, die Übergabe erfolgte durch Arne Platzbecker. Zusätzlich zur Dotierung erhielt die Initiative einen Breuninger-Gutschein über 666 Euro. Die Jury lobte die professionelle Umsetzung und die starke ehrenamtliche Basis.

TIPP: Aktuell läuft auf betterplace.org eine Spendenaktion, denn die Macher von „Wir sind Wir – Inclusion in Sailing e.V.“ möchten noch mehr Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen die Chance geben, auf der Alster segeln gehen zu können. Infos dazu gibt es HIER.
Einzelpreis für außergewöhnliche Führungskraft
Der Einzelpreis wurde im Rahmen der Veranstaltung bekannt gegeben und ging an Svenja Weber (Dialoghaus Hamburg). Sie erhält die Auszeichnung für ihren außergewöhnlichen Einsatz in einer herausfordernden Phase des Dialoghauses. Trotz erheblicher Einbrüche nach der Pandemie kämpfte sie mit beeindruckender Energie und Führungsstärke für Stabilität, Perspektive und den Erhalt der Arbeitsplätze. Die Laudatio hielt Schauspieler und Regisseur Enrique Fiß, die Preisübergabe erfolgte durch Lars Meier. Als Sachpreis erhielt sie einen Reisegutschein für eine Kreuzfahrt im Mai im Wert von rund 4.000 Euro. „Ich bin stolz auf mein Team, das jeden Tag mit beeindruckendem Engagement zeigt, was gesellschaftlicher Zusammenhalt wirklich bedeutet“, sagte Svenja Weber beim Entgegennehmen des Preises. Jurymitglied Lars Meier betonte: „Svenja Webers Energie reicht für eine Großstadt wie Hamburg. Sie reißt durch ihre Beharrlichkeit alle mit. Hamburg steht hinter ihr.“

Ein starkes Zeichen für gesellschaftliche Verantwortung
Der Annemarie Dose Preis 2025 zeigt, wie viel Engagement, Mut und Zusammenhalt in Hamburg steckt, und setzt ein klares Zeichen für die Zukunft: Gesellschaftliche Verantwortung lebt von Menschen, die nicht wegsehen, sondern handeln. Ein kritisches Urteil über die Spendenfreude einiger Hamburger blieb jedoch nicht aus. „Wenn ich die Hamburger Stiftungen anrufen, verhalten die sich wie ein DJ: Sie legen auf“, erklärte Lars Meier.
HIER gibt es etwas zur Geschichte des Preises. Und HIER zum Annemarie Dose Preis 2015.
Aufmacherfoto: Alle Preisträger*innen mit ihren Laudator*innen. Fotos: @ MenscHHamburg e.V.
