Hamburgs Polizeipräsident a.D. Ralf Martin Meyer und Schauspieler sowie Ehrenkommissar Marek Erhardt sprechen in „True Crime Hamburg. Der Polizei-Podcast“ vom NDR nicht nur über wahre Kriminalfälle aus Hamburg, sondern geben auch exklusive Einblicke in die Methoden und Herausforderungen der Polizeiarbeit.
True-Crime-Podcasts erreichen unzählige Hörer und Hörerinnen in Deutschland. Sie bieten die Möglichkeit, Einblicke in echte Fälle zu erhalten und sind meist spannend gestaltet. Neben Informationen zu Abläufen, involvierten Personen, werden oft auch Einblicke in die Arbeit der Polizei und ihrer Ermittler gegeben. Mit Schauspieler und Ehrenkommissar Marek Erhardt und Polizeipräsident a.D. Ralf Martin Meyer sprechen nun zwei echte Experten über die Vorgehensweisen der Polizei. In „True Crime Hamburg. Der Polizei-Podcast“ vom NDR reden sie nämlich über wahre Kriminalfälle und legen dabei einen besonderen Fokus auf die Polizeiarbeit. Dank ihrer besonderen Erfahrungen und Einblicke, können sie auch Aspekte beleuchten, die sonst nicht aufgegriffen werden. So erklären sie zum Beispiel, wie die Zielfahndung funktioniert, warum es bei Vermisstenfällen auf jede Sekunde ankommt oder wie die Mordkommission arbeitet.
Die Idee für den Podcast hatte der ehemalige Polizeipräsident selbst. „Wenn ich auf die 44 Jahre intensiver Polizeiarbeit in Hamburg zurückblicke, denke ich auch an die vielen spannenden Fälle, die ich mit anderen erleben durfte”, erklärt Ralf Martin Meyer, „Da lag es nahe, nach meiner aktiven Zeit nochmal darüber zu sprechen. Ich habe also meinen Freund Marek Erhardt auf die Idee angesprochen und der war sofort Feuer und Flamme. So sind wir an den Start gegangen.”

Ein TV- und Ehrenkommissar mit echter Erfahrung
Marek Erhardt selbst ist die optimale Ergänzung für den Podcast, denn er hat sich bisher nicht nur als Schauspieler für Rollen intensiv mit der Arbeit der Polizei in Hamburg auseinandergesetzt, sondern konnte das auch in der Realität hautnah miterleben. „Ich glaube, ich wäre früher gerne Polizist geworden. Die Faszination ist bei mir schon immer sehr groß gewesen“, beschreibt der Hamburger Schauspieler, „Von 2011 bis 2015 durfte ich dann vier Jahre lang Zielfahnder in Hamburg Billstedt begleiten, worüber ich das Buch “Undercover – Mit Zivilfahndern unterwegs im härtesten Revier der Stadt” geschrieben habe. Dadurch konnte ich einen großen Einblick in die Polizeiarbeit bekommen, also ins wahre, echte Leben. Ich war bei Vernehmungen mit dabei, bei Festnahmen und auch bei echt schlimmen Taten. Ich habe alles erleben dürfen und auch müssen. Mein Respekt und meine Anerkennung für Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte, die jeden Tag ihren Dienst tun, ist wirklich immens.“
Für sein Engagement und Einsatz wurde ihm 2012 sogar der Titel Ehrenkommissar verliehen – eine Auszeichnung, die an Persönlichkeiten überreicht wird, die durch ihr Engagement die Polizei Hamburg besonders unterstützen. Für Marek Erhardt ist das nicht nur eine Ehre, sondern auch eine große Verantwortung: „Um eines ganz kurz klarzustellen: ich darf weder falsch parken, noch darf ich Leute in Gewahrsam nehmen oder sie festnehmen, nur weil ich Ehrenkommissar bin. Was ich mache, ist viel Präventionsarbeit für das Landeskriminalamt. Ich bin im Moment mit tollen Kollegen und Kolleginnen des LKA unterwegs in Banken und Sparkassen und kümmere mich um das Thema Schockanrufe, bei denen Senioren und Seniorinnen überredet werden, teilweise ihr ganzes Vermögen wegzugeben. Da engagiere ich mich sehr viel. Ich mache aber auch auf Social Media einiges.”
Und jetzt spricht er außerdem noch im NDR-Podcast mit Ralf Martin Meyer über echte Kriminalfälle aus Hamburg und schafft so mehr Aufmerksamkeit für die Arbeit, aber auch Verständnis für die Methoden und Vorgehensweisen der Polizei. „Ich glaube, es ist wirklich etwas Besonderes, dass ein ehemaliger Polizeipräsident und ein Schauspieler, der bei der Polizei schon wahnsinnig viel erlebt hat, einen Podcast zusammen machen. Und wenn ich Ralf Sachen frage, dann ist es ganz viel Interesse, aber bei vielem weiß ich auch schon Bescheid und kann den Zuhörern die ein oder andere Sache ein bisschen näherbringen“, erzählt er.
Echte Fälle des Polizeipräsidenten a.D.
Die Fälle, die sie vorstellen und um viele spannende und informative Fakten ergänzen, sind aus der aktiven Zeit von Ralf Martin Meyer bei der Hamburger Polizei. In dieser Zeit hat er unterschiedliche Bereich und Facetten der Polizei kennengelernt und unglaublich viele Einsätze und Ermittlungen miterlebt. Wie haben sich die beiden da entscheiden, was sie im Podcast vorstellen wollen? Der Hamburger Polizeipräsident a.D. erzählt: „Es sind einerseits spektakuläre Fälle, wie die großen Erpressungen und Entführungen, aber auch andere interessante Ermittlungen, die weniger bekannt sind. Dazu gehören ehemalige Cold Cases, die nach vielen Jahren geklärt werden konnten. Wir wollen daran zeigen, wie spannend Polizeiarbeit sein kann, dass es auf jedes Detail ankommt und welche Facetten die Polizeiarbeit hat. Wichtig ist uns, die Fälle authentisch zu erzählen und die besonderen Herausforderungen, vor der die Polizei stand.“
Es ist ihnen außerdem wichtig, nicht einseitig über die Ereignisse zu berichten. Marek Erhardt erklärt: „Wir wollten auf der einen Seite den Bürgerinnen und Bürgern näherbringen, wie die Polizei wirklich arbeitet, um dadurch vielleicht auch mehr Verständnis zu schaffen. Aber wir decken andererseits auch Fehler auf, was wir in den bisherigen Episoden schon gemacht haben. Denn ganz klar: wo Menschen arbeiten, da passieren Fehler. Und das kann und wird zu Veränderungen führen.“
Über einen sensiblen Umgang und Opferschutz
In Bezug auf True-Crime-Formate wird auch oft darüber gesprochen, ob nicht Opferperspektiven zu wenig berücksichtigt werden. Ralf Martin Meyer sagt dazu: „Zunächst erzählen wir die Geschichten aus dem Blick der Ermittler oder anderer Protagonisten der Polizei und versuchen möglichst sachlich mit den Tätern umzugehen. Meine eigene Rolle gehört dazu, manchmal war ich der Ermittler, manchmal der MEK- Beamte oder MEK-Chef, Pressesprecher oder in einer anderen Funktion. Dabei behalten wir die Perspektive der Opfer im Blick und das sind ja nicht nur die direkten Opfer, sondern die Familien, Freunde und das berufliche und weitere private Umfeld des direkten Opfers. Ich halte es für wichtig, die konkreten Auswirkungen auf die Opfer zu erzählen und auch, behutsam mit der Erzählung umzugehen. Dazu gehört auch die Frage, ob Opfer möchten, dass wir Daten verfremden. Außerdem wollen wir auch die Arbeit der Opferhilfe erläutern und wertschätzen.“ Marek Erhardt ergänzt: „Das ist wirklich ein sehr wichtiges Thema. Nachdem ich Ehrenkommissar wurde, bin ich zur Opferschutzorganisation Weißer Ring gegangen. Dort arbeite und helfe ich mit. Viele Menschen die Opfer geworden sind, wissen gar nicht, dass ihnen geholfen werden kann.“
Eins ist also klar: Der Podcast ist voller Informationen, aber auch ganz viel Herz der beiden engagierten Polizei-Experten. „Wir sind ein gutes Team. Marek stellt die richtigen Fragen und wir geben neben der Erzählung aus erster Hand, also von denen die den Fall erlebt haben, Einblicke in die reale Polizeiarbeit“, fasst Ralf Martin Meyer zusammen, „Wir zeigen, wie die Polizei funktioniert und erzählen aus dem Nähkästchen. Neben Spannung erfahren die Zuhörer viele Insights, die man sonst nicht findet.“ Luca Mohr
PODCASTTIPP
„True Crime Hamburg. Der Polizei-Podcast“ vom NDR erscheint jeden zweiten Mittwoch neu. Immer zuerst in der ARD Audiothek unter www.ardaudiothek.de und zwei Wochen später überall dort, wo es Podcasts gibt.
