Rund 120 Gäste aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft kamen zu den 8. „Impulsen“ der HAMBURGER ORIGINALE ins Hamburger Ding, um über Nachhaltigkeit, Bildung und Mobilität zu diskutieren. Thema: “Hamburg auf dem Weg zur nachhaltigen Metropole – wer geht mit?”
Auf dem Podium saßen mit Ina Ackermann (Coca-Cola Europacific Partners DE), Kai Weise (Hanseatic Help), Jens-Michael May (MOIA Operations Germany) und Janina Lin Otto (Holistic Foundation) prominente Stimmen aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Moderiert wurde die Runde von Gastgeber Nils Julius (GF Hamburger Originale / brand:marke) und Svea Bielert (Friederbarth). Sie eröffneten eine lebendige Debatte, die von praktischen Alltagslösungen bis hin zu Zukunftsvisionen reichte.



Gleich zu Beginn machte Managerin Ina Ackermann deutlich, dass Nachhaltigkeit nicht nur mit Einschränkungen verbunden sein dürfe: „Nachhaltigkeit bedeutet nicht immer Verzicht, sondern neue Chancen. Transparenz ist der erste Schritt – wer seine Prozesse misst, kann sie verändern. Schon kleine Maßnahmen wie der Umstieg auf LED-Lampen oder die Reduktion von Food Waste haben enorme Wirkung.“ Kai Weise von Hanseatic Help brachte die Perspektive aus der Praxis ein. Für ihn sei entscheidend, dass jemand den Anfang mache: „Nachhaltigkeit braucht Mut und ein Bewusstsein dafür, dass wir nur gemeinsam etwas bewegen können – ob durch ehrenamtliches Engagement, Bildungsarbeit oder unternehmerisches Vorangehen.“
Besonders leidenschaftlich sprach Janina Lin Otto über den Beitrag ihrer Holistic Foundation: „Wir können die großen Herausforderungen nur gemeinsam lösen. Unsere Vision ist: conscious people for a happy planet. Wenn Menschen ihr Potenzial entfalten, entsteht eine Kraft, die über individuelles Handeln hinausgeht und die Gesellschaft nachhaltig verändert.“ Und sie ergänzte: „Gemeinsam können wir mehr erreichen – und wenn wir es in Hamburg nicht schaffen, wer dann?“ Ihr Ansatz: Bildung neu denken und junge Menschen befähigen, die Zukunft aktiv mitzugestalten – etwa durch Projekte wie Life Hamburg.
Auch die Mobilität spielte eine zentrale Rolle an diesem Abend. Jens-Michael May, MOIA-CEO, stellte klar, dass der Wandel nicht durch Verbote gelingen werde: „Verhaltensänderung ist der Schlüssel – aber sie gelingt nur, wenn wir attraktive Alternativen schaffen. Parallel zu unserem vollelektrischen On-Demand-Ridepooling-Service entwickeln und erproben wir in der Hansestadt autonomes Fahren. Damit nutzen wir die Chance, Mobilität neu und klimafreundlich zu denken.“
Die Diskussion zeigte, dass Nachhaltigkeit eine Gemeinschaftsaufgabe ist. Es braucht emotionale Zukunftsbilder, Bildungsinitiativen, neue Technologien und die Bereitschaft, Komfortzonen zu verlassen. „Es war ein gelungener Abend voller Impulse, offener Worte und spannender Perspektiven. Genau diese Mischung macht die Stärke der Hamburger Originale aus“, erklärte dessen Geschäftsführer Nils Julius zufrieden.
Wie immer bei den Veranstaltungen der Impulsreihe hatten Non-Profit-Organisationen die Gelegenheit, ihre Arbeit vorzustellen. Vor Ort waren „Ollis Regenbogenhaus“ und „Mehr Zusammen“.
Im Regenbogenhaus ist seit dem 01.04.2023 Olli Zeriadtke der neue Betreiber. Es liegt auf der Reeperbahn und bietet gestrandeten Menschen ein neues Zuhause, Menschen die auf Grund Ihrer Vergangenheit oder nicht ausreichender Schufa in der Gesellschaft nicht gern gesehen sind und auf dem freien Wohnungsmarkt keine Chancen haben. Die meisten der Bewohner sind auf dem „normalen“ Arbeitsmarkt leider kaum noch zu integrieren oder sind bereits im Rentenalter und die Rente reicht nicht einmal für alltägliche Bedürfnisse. Deswegen soll mit Spendengeldern eine Integration in den bunten Stadtteil St.Pauli durch Ausflüge, Konzert,-Theaterbesuche, Deutschkurse und Weiterbildung für bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, sowie gemeinsame Freizeitgestaltung ein lebenswertes Leben ermöglicht werden. Mehr Infos gibt es HIER.

“Mehr Zusammen” hat sich aus einer Idee der Hamburgerin Nussin Armbrust seit 2017 heraus entwickelt, bei der es darum ging, dass Alleinstehende nicht alleine Weihnachten feiern müssen und sollen. Entsprechend hat sich die gUG folgendes auf die Fahnen geschrieben: Die Ausrichtung und Förderung von Aktivitäten, die sich an alleinstehende, alleinerziehende, ältere, hilfsbedürftige, notleidende oder gefährdete Menschen richtet und geeignet sind zur Stärkung und Förderung der örtlichen Gemeinschaft und der Vereinsamung älterer, hilfebedürftiger, notleidender oder gefährdeter Menschen entgegenzuwirken. Mehr Infos gibt es HIER.
Was sind die HAMBURGER ORIGINALE? Eine branchenübergreifende Initiative, die es sich als Wertegemeinschaft zur Aufgabe gemacht hat, ein wertebasiertes und eng verknüpftes Netzwerk zu etablieren, das die ungenutzten Potentiale und Chancen Hamburgs fokussiert – und mutig nutzt. Durch gemeinsam entwickelte Formate, Aktionen und Angebote, Kampagnen und Events mit der Absicht, Perspektivwechsel und neue Sichtweisen jenseits der gewohnten Komfortzonen zu schaffen. Für ein Hamburg der Vielfalt und Gegensätzlichkeit, Offenheit und Wertschätzung. Mehr Infos gibt es HIER.
Aufmacherfoto: Jens-Michael May, Nils Julius, Janina Lin Otto, Kai Weise und Ina Ackemann (v.l.) Alle Fotos: © André Mischke
