Dienstag, 23. Juli 2024
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    StartKunstPremiere in Rotherbaum

    Premiere in Rotherbaum

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    Armin Morbach – Chefredakteur des Magazins Tush, Hair-Stylist, Visagist und Fotograf – und Moritz Morbach – gelernter Berufsschullehrer und freischaffender Künstler – zeigen noch bis zum 06. September gemeinsam ihre Kunst in der Galerie Roschlaub in Rotherbaum. Wir trafen die beiden zum Gespräch im Mittelweg.

    ALSTER AKTUELL: Erstmals zeigt ihr gemeinsam eure Werke. Fühlt sich das gut an oder ist es gar nicht so etwas Besonderes für euch?
    Moritz: Doch, es ist auf jeden Fall etwas Besonderes.
    Armin: Wenn du alles im Leben teilst, die Firma, das Privatleben, das Bett und die gleiche Leidenschaft – die Kunst – dann passt es irgendwann. Wir hätten sicherlich nie zusammen ausgestellt, wenn wir beide Fotografen wären. Ich bin kein Freund von Gemeinschaftsausstellungen. Auch, wenn meine Werke bereits mit Fotografen wie Peter Lindberg in Moskau oder Wien hingen. Der Rahmen muss halt passen, die Werke zusammen funktionieren. F.C. Gundlach hat gesagt „Ein gutes Bild muss den Raum füllen, ohne, dass Möbel darin stehen müssen“. Wenn man sich die Bilder hier in der Galerie anguckt, wird man sehen, dass das mit jedem funktionieren wird. Und zu jedem Bild, und das ist das Spannende, passen Moritz‘ Legoskulpturen. Beides ergänzt sich an einer Wand sogar perfekt. Wahrscheinlich, weil unsere Werke quasi zusammen entstehen. Wenn Moritz etwas macht, fragt er mich, wenn ich mir Konzepte überlege, hole ich mir bei ihm Ratschläge. Es ist eine Partnersache zwischen uns und daher umso schöner, jetzt die Ausstellung zusammen zu haben. 

    Ilusion von Armin Morbach, dem der Weg vom Friseur zum bedeutenden Fotografen der Gegenwart auch dank der Unterstützung von F.C. Gundlach gelungen ist, der ihn förderte.  

    Also unterstützt ihr euch gegenseitig …
    Armin: Sehr sogar. Meine Visionen brauchen immer eine zweite Dimension. Ich brauche Moritz seit Jahren, um meine Kunst zu verwirklichen. Wenn ich für das Shooting etwa ein 1×1,50 Meter großes Pappkartongesicht benötigt habe, hat er ihn mir perfekt hergestellt. Daraus sind dann nach und nach eigene kreative Idee entstanden. Ich habe Moritz bestärkt und gemerkt, wie kreativ er ist. Gerade mit seinen Legosachen. Anfangs war ich sehr skeptisch, aber als ich gesehen habe, wie gut seine Werke werden, war ich total begeistert.
    Moritz: Armin ist mein schärfster Kritiker, ein sehr konstruktiver. Das hat mir in der Entwicklung geholfen. Ich habe im Prinzip mit der Kunst angefangen, indem ich für Shootings Sachen vorbereitet habe, was ich auch immer noch tue, aber jetzt habe ich mir ein eigenes Repertoire darum herum aufgebaut.

    Du hast ja auch eine Bronzeskulptur mit der Hilfe von Legosteinen erstellt. Ist es die erste?
    Moritz: Ja, es ist eine Weiterentwicklung meiner Arbeit. Bei Legokünstlern denken viele an jemanden, der 3D Sachen baut – wie im Legoland. Das mache ich nicht. Es entsteht immer ein Relief, das eher im 2D Format daherkommt. Mir kam die Idee, mit einer Bronze ein anderes Element zu schaffen. Das Ergebnis ist toll, die Skulptur sieht aus, als wäre sie aus kleinen Bronze-Einzelteilen zusammengesetzt, da sich jedes Detail, jeder Stein fein abzeichnet. Weil sie mir gut gefällt, geht es weiter. Es ist bereits eine zweite Bronze im Guss.

    Die erste Bronze von Moritz Morbach: Troja

    Alster Magazin: Wie ist die Skulptur entstanden? 
    Moritz: Ich habe einen Rohling aus Legosteinen gebaut. Im Prinzip genau das, was dort steht. Dann wurde eine Form gegossen und die Bronze in der Art der verlorenen Form dank Wachs gegossen. 
    Armin: Das Ergebnis ist perfekt, am besten gefällt mir die Rückseite. Aber auch die Oberfläche. Moritz hat sie selbst behandelt und noch mal eingebrannt, das ist schon spannend. Es passt super zu Moritz und seiner Arbeit. 
    Moritz: Das Material ist wirklich spannend, zumal sich etwa die Farbe von Bronze nicht ändert, solange man die Oberfläche nicht poliert. Kunst hat üblicherweise etwas Zerbrechliches und ist mit Vorsicht zu behandeln – Bronze nicht. Man kann sie auch auf einen Sockel in den Garten stellen und sie wird in 10 Jahren noch aussehen wie am ersten Tag. Das finde ich toll. 

    Das Foto Backwards is Forwards von Armin Morbach zeigt das Model Eva Padberg.

    Apropos Zeit. Armin, ich habe gelesen, dass dich die 60er-Jahre Fotografien von F.C. Gundlach begeistern – findet sich das in deinen Bildern wieder? 
    Armin: Absolut. Als FC mich damals angerufen hat und sagte, er würde mich gerne kennenlernen, war mir überhaupt nicht bewusst, was daraus anstehen wird. Als er mir dann sagte „Du bist die Weiterführung meiner Werke“, war ich schon etwas geschockt. Aber es stimmt ja, wer fotografiert denn heute noch – und das ist nicht böse gemeint – klassisch? Licht, Haare, Make-up und fertig – mehr nicht. Ich mache ganz klassische Mode- und Beautyfotografie, in der Form, in der auch F.C. Gundlach begonnen hat.
    Moritz: Du hast ja mit ihm sogar auch mal seine Bilder nachgestellt. 
    Armin: 2017 hatte ich eine Kampagne für Schwarzkopf und F.C. meinte, er würde mit mir noch einmal die Kamera in die Hand nehmen. Also sind wir nach Berlin gefahren und haben seine Motive an Originalorten nachfotografiert. Er konnte sich sogar an die exakten Kamera-Positionen erinnern. Er war streng, da gab es keine Diskussionen, obwohl ich ja damals auch schon 46 und kein Jungspund mehr war. Ja, nein, ja, nein, Haare falsch, Make-up falsch … Aber ich habe daraus ehrfürchtig gelernt und bin total dankbar für diese einmalige Möglichkeit, mit F.C. so intensiv arbeiten zu dürfen.
    Moritz: Wir investieren beide viel Zeit in unsere Kunst. Was an Vorbereitung bei Armin erforderlich ist, sieht man nicht auf Anhieb, bei Armin ist im Foto immer nur ein Bruchteil einer Sekunde der Arbeit zu sehen. Bei mir ist es zwar auch ein fertiges Werk, aber man kann erahnen, dass es Zeit gekostet hat, die Steine so zu arrangieren. Das ist sicherlich der Unterscheid, aber im Prinzip erschaffen wir beide Skulpturen.
    Moritz: Wir investieren beide viel Zeit in unsere Kunst. Was an Vorbereitung bei Armin erforderlich ist, sieht man nicht auf Anhieb, bei Armin ist im Foto immer nur ein Bruchteil einer Sekunde der Arbeit zu sehen. Bei mir ist es zwar auch ein fertiges Werk, aber man kann erahnen, dass es Zeit gekostet hat, die Steine so zu arrangieren. Das ist sicherlich der Unterscheid, aber im Prinzip erschaffen wir beide Skulpturen.

    Könntet ihr euch vorstellen, zusammen eine Ausstellung mit gemeinsam erschaffenen Werken zu haben? 
    Moritz: Wir hatten tatsächlich mal über ein Werk nachgedacht, das einen Anteil an aufgebrachten Legosteinen haben sollte. Wir haben es aber verworfen, weil es irgendwie zu gewollt gewirkt hätte. 
    Armin: Ich habe keine Geduld, Moritz hockt stunden- beziehungsweise tagelang in seinem Atelier – das würde ich nicht aushalten, denn ich bin ein Freigeist, brauche immer verschiedene Dinge um mich herum, die mich inspirieren. Ich glaube, wenn wir was zusammen machen würden – also wenn Moritz vielleicht ein Model mit Strasssteinen bekleben würde … das könnte ich mir vorstellen. 
    Moritz: Aber das wäre wieder fotografiert und kein gemeinsames  Kunstwerk … 
    Armin: Doch, denn ich fotografiere ja deine Kunst als zweite Ebene… Aber ich denke, dass das eher nicht passiert. Moritz soll und wird sich weiterentwickeln. Ich möchte, dass wir beide in die gleiche Richtung gucken, aber nicht denselben Weg gehen. Es ist doch viel schöner, wenn sich so ein Weg immer mal wieder kreuzt, anstatt verkrampft einen gemeinsamen zu gehen, um zusammen etwas aufzubauen. Das haben schon viele Leute versucht und sind meistens dabei gescheitert. Wir machen beide schöne Sachen, sind dabei frei und unsere Werke sind auch eigenständig sehr erfolgreich. 

    Moritz Morbach schafft mehrdimensionale Relief-Bilder aus hunderten von Legosteinen, die teils bemalt werden. Titel: Zuckerwatte 

    Könntet ihr euch vorstellen, zusammen eine Ausstellung mit gemeinsam erschaffenen Werken zu haben? 
    Moritz: Wir hatten tatsächlich mal über ein Werk nachgedacht, das einen Anteil an aufgebrachten Legosteinen haben sollte. Wir haben es aber verworfen, weil es irgendwie zu gewollt gewirkt hätte. 
    Armin: Ich habe keine Geduld, Moritz hockt stunden- beziehungsweise tagelang in seinem Atelier – das würde ich nicht aushalten, denn ich bin ein Freigeist, brauche immer verschiedene Dinge um mich herum, die mich inspirieren. Ich glaube, wenn wir was zusammen machen würden – also wenn Moritz vielleicht ein Model mit Strasssteinen bekleben würde … das könnte ich mir vorstellen. 
    Moritz: Aber das wäre wieder fotografiert und kein gemeinsames  Kunstwerk … 
    Armin: Doch, denn ich fotografiere ja deine Kunst als zweite Ebene… Aber ich denke, dass das eher nicht passiert. Moritz soll und wird sich weiterentwickeln. Ich möchte, dass wir beide in die gleiche Richtung gucken, aber nicht denselben Weg gehen. Es ist doch viel schöner, wenn sich so ein Weg immer mal wieder kreuzt, anstatt verkrampft einen gemeinsamen zu gehen, um zusammen etwas aufzubauen. Das haben schon viele Leute versucht und sind meistens dabei gescheitert. Wir machen beide schöne Sachen, sind dabei frei und unsere Werke sind auch eigenständig sehr erfolgreich.

    TIPP: Die Ausstellung MORBACH x MORBACH – “Blickwinkel” läuft noch bis zum 6. September in der Galerie Roschlaub, Mittelweg 21

    Aufmacherfoto: Armin (r.) und Moritz Morbach zeigen erstmals in einer gemeinsamen Ausstellung ihre Kunst. © Ariel Oscar Greith

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    Kai Wehl
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