Freitag, 19. April 2024
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    Georg Koppmann Preis für Stadtfotografie verliehen

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    Der Preis geht in diesem Jahr an das Gemeinschaftsprojekt „Hamburger Flachbauten“ von Peter Bruns und Claas Möller. Die Fotografen widmen sich darin mit dokumentarischem Blick einer Besonderheit des Hamburger Stadtbilds – den in der Nachkriegszeit entstandenen eingeschossigen Gebäuden. Einst als Provisorien geplant, haben viele dieser „Lückenbebauungen“ bis heute einen festen Platz in der Stadt.

    Bekannte Beispiele sind der Musikclub „Logo“ am Grindel, der Einzelhandel „Leder Israel“ in Eimsbüttel oder die Kult-Kneipe „Zum Silbersack“ auf Sankt Pauli. Mit sorgsam komponierten, atmosphärisch beeindruckenden Fotografien werden Peter Bruns und Claas Möller diese „Solitäre der Großstadt“ in Szene setzen. Das Fotografen-Duo möchte mit seinem Projekt zugleich die Frage reflektieren, wie die Flachbauten in einer wachsenden Metropole für die Zukunft zu erhalten sind.

    Der Georg Koppmann Preis 2024, der gemeinsam von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und der Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH) vergeben wird, ist mit einem Arbeitsstipendium von 8.000 Euro verbunden. Im Rahmen dieses Stipendiums werden die Fotografen Peter Bruns und Claas Möller ihr bereits im Zuge der Bewerbung konzipiertes Projekt zu den Flachbauten im Hamburger Stadtbild weiterführen und bis zum Sommer 2024 zum Abschluss bringen. Die Ergebnisse werden dann in einer Publikation der Öffentlichkeit vorgestellt.

    Blick auf das Geschäft Leder Israel in Eimsbüttel. © Peter Bruns und Claas Möller

    Karen Pein, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Die Fotografen Peter Bruns und Claas Möller rücken mit ihrem Projekt über Hamburger Flachbauten einen Typus Architektur in den Fokus, der beispielhaft für die Phase des Wiederaufbaus steht. Über mehrere Jahrzehnte haben diese Gebäude als ‚Brüche‘ im Hamburger Stadtbild überdauert, obwohl sie nach der reinen Lehre einer Stadtreparatur gestalterisch weichen müssten. Mit Blick fürs Detail und außergewöhnlicher dokumentarischer Handschrift halten die beiden Preisträger diese ‚Zahnlücken‘ des Städtebaus fotografisch fest und stellen die Frage nach dem Umgang mit dem Bestand in Hamburg als einer sich stetig wandelnden Metropole. Ich gratuliere den beiden Preisträgern herzlich zum Georg Koppmann Preis 2024 und freue mich auf die Ergebnisse ihrer Arbeit.“

    Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Vorstand und Direktor der SHMH: „Beim typischen Hamburger Stadtbild denken wir oft zunächst an die Backstein-Architektur Fritz Schumachers, an elegante Gründerzeithäuser oder an moderne Hotel- und Geschäftsgebäude. Doch bei genauerem Hinschauen fallen einem in fast allen Stadtteilen eingeschossige Gebäude auf, mit denen im Zuge des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg Baulücken geschlossen wurden. Diese Flachbauten wirken häufig wie Fremdkörper, zeugen aber von einem signifikanten Kapitel der Hamburger Stadtgeschichte. Peter Bruns und Claas Möller verfolgen mit ihrem Gemeinschaftsprojekt den spannenden Ansatz, diese besonderen Provisorien auf fotografisch-künstlerische Weise ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Auf die Ergebnisse des Projekts, das ganz im Sinne unseres Georg Koppmann Preises ist, bin ich sehr gespannt.“

    Peter Bruns und Claas Möller, Georg Koppmann-Preisträger 2024: „Rasant verschwinden die skurrilen und oft trotzig wirkenden Flachbauten aus dem Stadtbild. Diesen für uns optisch reizvollen ‚Zahnlücken‘ wollen wir ein fotografisches Denkmal setzen. Wir freuen uns auf die architektonische Entdeckungsreise quer durch die Stadt.“ Peter Bruns ist neben seiner Arbeit als freier Fotograf seit 1996 als Tischlermeister am Thalia Theater tätig. Claas Möller ist Diplom-Designer und arbeitete als Grafiker im Steidl-Verlag in Göttingen. Seit 2008 ist er als Buchgestalter und freischaffender Fotograf tätig. Beide Preisträger sind Mitglieder der Fotografengruppe „LANDMARKer“ und des Berufsverbandes „Freelens“. Der Georg Koppmann Preis für Hamburger Stadtfotografie wurde im Herbst 2018 erstmalig ausgeschrieben. Sein Ziel ist es, künstlerisch-dokumentarische Auseinandersetzungen mit dem sich wandelnden Stadtbild Hamburgs zu fördern. Der Preis wird jährlich von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen in Kooperation mit der Stiftung Historische Museen Hamburg zu Ehren des Hamburger Fotografen Georg Koppmann (1842 bis 1909) vergeben, der Ende des 19. Jahrhunderts die Entwicklung Hamburgs zur Großstadt dokumentierte. Die Jury für den diesjährigen Georg Koppmann Preis bestand aus Karen Pein, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Prof. Dr. HansJörg Czech, Direktor und Vorstand der SHMH, sowie mehreren Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Fotografie.

    Weitere Informationen zum Georg Koppmann Preis gibt es HIER.

    Aufmacherfoto: Peter Bruns und Claas Möller (r.). © privat

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    Kai Wehl
    Kai Wehl
    Chefredakteur
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