Montag, 15. Juli 2024
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    „Im Licht des Nordens“ in Rotherbaum

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    Gelb blühende Rapsfelder am Ratzeburger See, die von der Sonne glitzernde Wasseroberfläche der Elbe am Hamburger Hafen oder der raue Küstenstreifen des Brodtener Steilufers – bekannte Sujets des Nordens, in Öl auf Leinwand gebannt von Stefan Dobritz und Peter Witt und aktuell in der Galerie im Elysée zu sehen, in der die beiden Künstler bereits das zweite Mal gemeinsam ausstellen.

    Beide Künstler malen bevorzugt pleinair, um Licht, Schatten und Witterung unmittelbar zu erleben und die flüchtige Schönheit des Augenblicks auf der Leinwand einzufangen. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Wo Schatten ist auch Licht. Die beiden Gegensätze ergänzen sich, geben den Bildern eine Tiefe und erzählen gleichzeitig eine Geschichte. Wer ist hier gerade noch den Strandweg entlanggelaufen? Oder: Zieht dort hinter den Rapsfeldern ein Unwetter auf? Der dunkle Himmel lässt es erahnen.

    Peter Witt, Unternehmerin Christina Block, Autor Michael Stitz und Stefan Dobritz (v.l.)

    Ihre Motive finden die seit ihrer Kindheit miteinander befreundeten Künstler in ihrer norddeutschen Heimat: Im Hamburger Hafen- und Stadtgebiet, in der Hansestadt Lübeck, an den Küstenstreifen von Nord- und Ostsee und immer wieder auf Sylt, das von beiden alljährlich zum Malen besucht wird. Stefan Dobritz und Peter Witt, die gemeinsam eine Galerie auf Sylt betreiben und ihre Ateliers in Hamburg und Lübeck führen, verleihen ihren Ölbildern durch die spezielle Spachteltechnik eine „dritte Dimension“, die die Motive besonders lebendig wirken lässt. Erlernt haben sie diese in den 1980er Jahren bei dem Kokoschka-Schüler Jürgen Runge. Bei aller Gemeinsamkeit treten in der Ausstellung auch ihre unterschiedlichen Handschriften hervor: die klare und kraftvolle Formensprache von Stefan Dobritz und die spielerische Lebendigkeit von Peter Witt.

    Stefan Dobritz

    Stefan Dobritz wurde 1965 in Lübeck geboren. Parallel zu einem Medizinstudium widmete sich Dobritz schon früh theoretischen und praktischen Studien in diversen Maltechniken. Begegnungen mit Malern aus dem norddeutschen Raum setzten dabei Akzente in der Stilfindung. 1995 schloss Dobritz sein Studium mit der Promotion ab und widmet sich seither ganz der Malerei. Er lebt heute in der Hansestadt Lübeck. Landschafts- und Städtebilder, wie zum Beispiel ein Steilufer an der Ostsee oder das Hamburg-Panorama, das sich in der nächtlichen Alster spiegelt, gehören ebenso zum Repertoire von Stefan Dobritz wie stimmungsvolle Stillleben. Ausschließlich mit Spachtel und Ölfarbe erzeugt er eine charakteristische Struktur in seinen Bildern. Die Motive strahlen je nach Lichteinfall in komplementären Farben vor Energie oder vermitteln dem Betrachter in ihren pastelligen Tönen eine besondere Ruhe.

    Neben eigenen Atelierräumen in einem Lübecker Gründerzeithaus stellt Stefan Dobritz heute in zahlreichen Galerien deutschlandweit aus. Darüber hinaus betreibt er zusammen mit der Einrahmerin Angelika Steinfeld und dem Malerkollegen Peter Witt eine eigene Galerie in Westerland auf Sylt.

    Peter Witt

    Peter Witt wurde 1966 in Itzehoe geboren und wuchs in Lübeck auf. Früher Erfolg bei Ausstellungen, u.a. 1988 im Lübecker Buddenbrook-Haus, ermöglichte es dem Künstler, sich unmittelbar nach Wehrdienst und einem Physik-Studium mit anschließender Promotion 1994 in Göttingen hauptberuflich der Malerei widmen zu können. Seit 1996 lebt Peter Witt in den Hamburger Elbvororten.

    Peter Witt, „Gegenlicht Hamburger Hafen“, 40 x 80 cm, Öl auf Leinwand, 2023

    In dem Sinne, dass er nicht einen Gegenstand oder eine Landschaft an sich malt, sondern nur das Licht, welches hiervon widergespiegelt wird, versteht sich Peter Witt als Impressionist. Durch üppigen Farbauftrag erscheinen die Bilder plastisch, es entsteht der Eindruck von Dreidimensionalität. Die Elbe, die Schifffahrt, der Hamburger Hafen und die Insel Sylt sind seine Lieblingsmotive, die Liebe zum Wasser durchzieht als roter Faden sein Repertoire. Neben der klassischen Freiluftmalerei arbeitet Witt in seinem Eppendorfer Atelier auch an großformatigen Hamburger Luftansichten und Schiffsbildern. 

    Grand Elysée Hotel Hamburg, Rothenbaumchaussee 10, 20148 Hamburg

    Kunstgenuss auf Augenhöhe: Die Sammlung Block im Grand Elysée Hotel Hamburg

    Mit über 1.250 Gemälden, Aquarellen, Grafiken, Skulpturen und Fotografien ist die Sammlung Block im Grand Elysée Hotel Hamburg eine der bedeutenden Privatsammlungen gegenständlicher Kunst in Norddeutschland. In themenorientierten Dauerausstellungen werden über 850 Exponate in den Foyers und Restaurants, Veranstaltungsräumen sowie in den Hotelfluren und Suiten präsentiert. Mehr Infos gibt es HIER.

    Aufmacherfoto: Stefan Dobritz, „Rapsfelder am Ratzeburger See“, 80 x 120 cm, Öl auf Leinwand. Alle Fotos: © Galerie im Elysée / Barbara Kloth

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    Kai Wehl
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