Dienstag, 5. März 2024
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    Noma Noha Akugue überrascht die Tenniswelt

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    Emotionen pur: 2:42 Stunden lang hatte Noma Noha Akugue ihre italienische Gegnerin Martina Trevisan bekämpft und bespielt, dann durfte sie beim Stand von 5:7, 6:4, 7:5 jubelnd die Arme hochreißen – und bei der Umarmung mit Bundestrainerin Barbara Rittner flossen auch Freudentränen, die Anspannung musste einfach abfallen. Die 19 Jahre junge Hamburgerin die für den Club an der Alster Bundesliga spielt, die dank einer Wildcard ins Turnier kam, ist mit ihrem sensationellen Halbfinaleinzug – das Halbfinale gibt es heute nicht vor 13 Uhr – jetzt schon DIE Geschichte der Hamburg European Open.

    Vor dem Turnier wurde Noma Noha Akugue auf Platz 207 der Weltrangliste geführt. Durch den Halbfinaleinzug ist sie bereits auf 162 vorgerückt. Ein Preisgeld von 9810 Euro hat sie auch schon sicher, aber darum geht es ihr weniger. „Ich bin stolz auf mich“, sagte sie noch auf dem Platz, „es ist das erste Mal, dass ich in einem Halbfinale der WTA-Tour stehe.“ Richtig, denn es war das erste Mal, dass sie überhaupt am Hauptfeld eines WTA-Turniers teilnahm.

    Am Freitag wartet nun noch eine neue Erfahrung: Center Court. Das Interesse an der jungen Hamburgerin, die auf der eigenen Anlage ihren Durchbruch schaffte, wird weiter steigen. „Noma ist mental ganz stark und sie ist tough“, lobte Bundestrainerin Barbara Rittner, die ebenso stolz auf ihren Schützling war, „sie wird weiter lernen und ihren Weg gehen.“ Gegnerin ist die 19-Jährige Russin Diana Schneider, die die Vorjahressiegerin Bernarda Pera (USA) besiegen konnte.

    Weitere Reaktionen auf den Halbfinaleinzug von Noma Noha Akugue:

    Barbara Rittner (Bundestrainerin): „Das freut mich total, weil Noma eine von den jungen Spielerinnen ist, die wahnsinnig an sich arbeitet. Sie hat hier drei Matches gedreht und das wird ihr sehr viel Selbstvertrauen für die Zukunft geben. Wir dürfen gespannt sein, was noch passiert.“

    Andrea Petkovic (Turnierbotschafterin & Mentorin für die jungen deutschen Spielerinnen): „Ich war fix und fertig. Die letzten restlichen Nerven, die ich von meiner eigenen Karriere noch übrig hatte, sind jetzt endgültig hinüber. Ich habe so gehofft, dass sie das schafft, weil wir genau an den Dingen gearbeitet haben. Sie sieht jetzt, dass sich das ganze Arbeiten lohnt. Noma spielt in den engsten Momenten ihr bestes Tennis und das ist Wahnsinn!“

    Feuerten an und waren begeistert von der Leistung der 19-jährigen Hamburgerin: Bundestrainerin Barbara Rittner (vorn) und Turnierbotschafterin Andrea Petkovic.

    Ella Seidel (Doppelpartnerin und gute Freundin):
    „Ich freue mich sehr für sie und hab sehr mitgefiebert. Wir haben die letzte Zeit viel zusammen trainiert und das gibt mir selbst auch viel Motivation und zeigt, dass wir viel richtig machen. Ich hoffe, dass es noch etwas weiter geht für Noma!“

    Lys und Niemeier ausgeschieden

    Für Jule Niemeier (23/Dortmund) und Eva Lys (19/Hamburg) war im Viertelfinale des einzigen kombinierten Damen- und Herrenturniers in Deutschland Endstation. Niemeier unterlag gegen die Qualifikantin Daria Saville aus Australien mit 3:6, 2:6 und verpasste ihren zweiten Halbfinal-Einzug bei der Sandplatzveranstaltung am Rothenbaum nach 2021. Lys verlor gegen die Niederländerin Arantxa Rus mit 2:6, 2:6.

    Eva Lys hatte sich nach den bisherigen Leistungen in diesem Turnier von ihrem Match mehr versprochen. Sie war natürlich enttäuscht nach dem Ausscheiden, „sonst dürfte ich hier nicht spielen“, zog aber ein positives Fazit ihrer Turnierleistung mit zwei überzeugenden Siegen und der Viertelfinalteilnahme. „Das war einer meiner größten Erfolge“, sagte sie, „ich habe mir bestätigt, dass ich mit solchen Spielerinnen mithalten kann, es fehlten nur ganz wenige Punkte. Das gibt mir viel Selbstvertrauen für die Zukunft.“

    Auch Jule Niemeier versuchte das Positive aus dem Turnier zu ziehen, schließlich seien ihr auch Siege in Matches gelungen, wo sie nicht ihr bestes Tennis gespielt habe. „Ich finde immer mehr meine Identität, wie ich spielen möchte, mental war es ein großer Schritt für mich nach vorne.“ Ihr Ziel ist es, zurück in die Top 100 zu kommen, wo sie mit Platz 61 schon einmal war: „Dann komme ich bei den Australian Open ins Hauptfeld.“

    Zverev und Altmaier im Viertelfinale

    Yannick Hanfmann (32/Karlsruhe) hat die Verabredung mit Daniel Altmaier (24/Kempen) zum deutschen Duell im Viertelfinale der Hamburg European Open leider nicht ganz einhalten können. Während Altmaier am Donnerstag seinen „Job“ erledigte und überraschend den Weltranglisten-Siebten Andrey Rublev (25) 6:2, 6:2 bezwang, scheiterte Hanfmann mit 6:4, 1:6,  4:6 an dem Chinesen Zhizhen Zhang (26). „Dass ich Topspieler wie Rublev schlagen kann, gehört zu meinen Plänen dazu“, sagte Altmaier, der durch den Viertelfinaleinzug mit Platz 49 in der Weltrangliste bereits eine neue Bestmarke sicher hat, „wichtig ist, dass ich da Konstanz herstelle. Ob das gelingt, wird man sehen.“

    Da Alexander Zverev seinen Viertelfinaleinzug bereits am Mittwoch klar gemacht hatte, stehen noch zwei deutsche Männer bei den Hamburg European Open unter den letzten Acht. Zverev trifft im vierten Spiel des Tages auf dem Center Cpurt auf den erst 19 Jahre alten Franzosen Luca van Assche, gegen den er noch nie gespielt hat.

    Der topgesetzte Casper Ruud (24/Norwegen) hatte gegen Cristian Garin bei seinem 1:6, 6:2, 6:2-Erfolg wieder im ersten Satz Mühe, wurde seiner Favoritenrolle danach aber gerecht. „Ich habe mir vor dem zweiten Satz gesagt, bleib dran, es wird eine Chance kommen“, erzählte der Weltranglisten-Vierte. Seine erste Breakchance nutzte er dann und war danach nicht mehr aufzuhalten – „manchmal entscheidet ein Punkt ein Spiel.“ Sein Viertelfinalgegner wird der Franzose Arthur Fils, der mit gerade 19 Jahren als Weltranglisten-71. der jüngste Spieler in den Top-100 der ATP ist.

    Titelverteidiger Lorenzo Musetti (21/Italien) ist in der unteren Hälfte der Auslosung auch noch dabei. Er gewann sein wegen Dunkelheit am Vortag abgebrochenes Match gegen den Slowaken Jozef Kovalik 3:6, 6:2, 6:4. Sein Viertelfinalgegner ist der Serbe Laslo Djere.

    Girls-Nations-Cup als neues Format am Rothenbaum

    Wenn es das Wetter zulässt wird heute und morgen ein Treffen der Generationen geben, denn auf der Anlage am Rothenbaum findet auch ein Girls-Nations-Cup statt, eine Art Miniatur-Ausgabe des Billie Jean King Cups. Dabei handelt es sich um einen U13-Länderkampf der Nationalteams Deutschland, Niederlande, Österreich und Schweiz, der neu zum Turnierprogramm in der Hansestadt gehört. Turnierbotschafterin Andrea Petkovic, die Rothenbaum-Finalistin von 2021, sagt über den Girls-Nations-Cup: „Ich finde es super wichtig, dass man den Nachwuchs schon möglichst früh einbaut und generationsübergreifend eine gewisse Vorbereitung darauf trifft, dass sich die jungen Mädels schon früh so fühlen, als seien sie bei einem wichtigen Turnier mit dabei. Und auch für das Turnier und die Fans ist es eine Bereicherung: Die Leute können auf den Nebenplätzen schon die Stars der Zukunft sehen!“

    Turnierdirektorin Sandra Reichel mit den Teams und den Betreuern des Girls-Nations-Cup, der heute und morgen ausgetragen wird.

    HIER geht es zum heutigen Spielplan. Mehr Infos und Tickets gibt es HIER.

    Aufmacherfoto: Noma Noha Akugue am Tag ihres bisher größten Erfolges: dem Einzug in ein 250er-Finale auf der WTA-Tour. Alle Fotos © Hamburg European Open / Witters

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    Kai Wehl
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