Donnerstag, 20. Juni 2024
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    CONTEMPORARY HEROINES

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    Glam Rock entwickelte sich aus traditionell dunkleren und maskulineren Stilen wie Gothic und Punk und bietet jede Menge Glitzer, Farbe und androgynen Stil!

    Das Anziehen ist gewissermaßen immer der Auftakt zu einem Auftritt. Es ist Ihre tägliche Routine vor dem Spiel, der Moment, in dem Sie eine Schlaghose oder ein Häkelkleid anziehen, einen Schal oder Ohrringe hinzufügen und sich dann darauf vorbereiten, das Haus zu verlassen. Musiker wissen das besser als jeder andere, weshalb sie vielleicht so oft den Weg in stilistisches Neuland weisen. 

    Wenn es in den letzten Saisons um die Schnittstelle von Musik und Stil ging, hätte das Straßenschild genauso gut mit der Aufschrift „Indie Sleaze“ geschmückt sein können. Aber hinter den Kulissen braut sich etwas Weicheres zusammen, eher „Indie Sweet“, das dem Club-Kid-Klischee der 2010er-Jahre eine neue Richtung gibt – eine, die reich an Texturen, handwerklich vorgerückt und mit dem glitzernden, sepiafarbenen Gold des Laurel Canyon-Looks von Daisy Jones & the Six gebürstet ist. Glam Rock trifft auf Kunstschule, mit Vintage-Einflüssen, aber dennoch zeitgenössisch, komplett mit schlanken Linien und tadelloser Konstruktion. Es ist ein Hit, und wir alle hören zu.

    Obwohl es in dieser neuen Version des Rockstils viele Variationen gibt, stehen bestimmte Elemente im Mittelpunkt. Von den übertriebenen Fransen bis hin zum verführerischen roten Netzkleid.

    Designer haben sich die kühnen Texturen des 70er-Jahre-Funks und des 80er-Glamours ebenso zu eigen gemacht wie den unbeschwerten Kunstschulethos von Ella Emhoff und ihren Generationskollegen. Aber anstatt willkürlich und schlampig boho auszusehen, wird die neue Version durch selbst auferlegte Grenzen erhöht. 

    Bei Celine kehrte Hedi Slimane zu seiner charakteristischen, stromlinienförmigen Silhouette zurück, die er mit flauschigen Lammfelljacken und glitzernden Metallic-Stoffen aufpeppte, und verwandelte den klassischen L.A.-Konzertort Wiltern in einen Laufsteg– mit Auftritten von Iggy Pop, Interpol, den Strokes und den DJs der Kills. 

    Obwohl die Modewelt Rockstars schon immer geliebt hat, beruhte diese Liebe nicht immer auf Gegenseitigkeit. Selbst während der Indie-Sleaze-Jahre galt es als etwas oberflächlich, dass sich ein Künstler stark auf seine Garderobe konzentrierte. „Authentische“ Künstler interessierten sich nicht für Mainstream wie Mode.

    Mittlerweile haben Etiketten an Bedeutung verloren, und Gatekeeper sind nicht so besessen davon, das Kontrollkästchen für die Echtheit zu überprüfen. 

    Inklusiv, strukturiert, nachdenklich und persönlich – das sind die Kennzeichen des Post-Sleaze- und Post-Punk-Ideals.

    Wie bei einem Spiel wurde der Einfluss zwischen Mode und Musik hin- und hergereicht, wobei Konzepte und Ideen ausgetauscht wurden, und eine Dynamik entstand!

    © Igor Rand

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