Samstag, 3. Dezember 2022
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    „Träume nicht aufgeben“

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    Die Schauspielerin und Sängerin Marion Elskis hat die coronabedingte, öffentlich erzwungene Ruhephase im Job für Projekte und zum Songschreiben genutzt. Eines ihrer Werke heißt Sehnsucht: Eine Hommage der Poppenbüttelerin an ein Lebensgefühl voller Frische und Grenzenlosigkeit.

    Was war ausschlaggebend einen Song über Sehnsucht zu schreiben? „Ich habe, wie wohl fast alle Menschen, immer Sehnsucht … nach einem Ort, nach einem Menschen, Liebe, Freiheit… (überlegt) Jeder hat doch einen Sehnsuchtsort, meiner ist der Wittensee. Ich mag die Landschaft, da kann ich runterkommen, entspannen und kreativ sein. Außerdem gibt es ja noch die Sehnsucht nach Menschen, die nicht mehr unter uns sind, nach Liebe, nach diesem Kribbeln im Bauch, das einem manchmal verlorengeht vor lauter Alltag. Das hat mich veranlasst diesen Song zu schreiben. Er soll eine Hommage an ein Lebensgefühl voller Frische und Grenzenlosigkeit sein. Außerdem und das ist mir ganz wichtig, ist der Song ein Aufruf an alle Menschen ihre Träume nicht aufzugeben, nur weil sie denken, dass sie alt sind. Gerade jetzt, in einer Zeit, wo reale Emotionen durch digitale Medien ersetzt werden ist „Sehnsucht“ ein wunderbarer Anker, um im Alltag mal wieder dort anlegen zu können, wo das Leben zu spüren ist: im Herzen.

    Wie wichtig Anker sind hab ich selbst erfahren. Am Anfang der Coronazeit war ich mit dem Musical Flashdance unterwegs, mit einer Doppelsolorolle, einem Riesenensemble und Orchester. Acht Shows die Woche, insgesamt 130.000 Zuschauer und plötzlich war an diesem 13. März Schluss. Ich bin in ein richtiges Loch gefallen und brauchte erst einmal Zeit, um mich von diesem plötzlichen Stopp zu erholen. Aber dann musste ich wieder etwas tun. Ich habe vier Songs neu geschrieben und alte aus der Schublade geholt und umgeschrieben. Dann habe ich Matthias Grosch, Bandleader von der Sing mein Song-Band, angerufen und ihn gebeten, sich die Sachen anzuhören.

    Sie haben ihm gefallen, also bin ich zu ihm nach Mannheim gefahren und wir haben die Songs produziert. Sehnsucht hatte ich eigentlich mal als Ballade geschrieben, aber mir war klar, dass der Song lauter und wilder sein muss. Dass man danach tanzen können muss. Gerade in dieser Zeit, in der wir alle Sehnsucht nach Frieden und Freiheit haben. Mit Mathias habe ich dann zusammen den Tanzrhythmus im Latinmusik-Style gefunden. Jetzt passt es perfekt. Und weil Sehnsucht so ein starkes Thema ist, habe ich zusätzlich noch einen Podcast gestartet. Er heißt natürlich „Frauen&Sehnsucht“.

    Fast zeitgleich habe ich dann die wunderbare Band Hanne Kah kennengelernt und wurde Teil ihres Projekts ThanXlili, in dem 50 Frauen für mehr weibliche Repräsentation in der Musikindustrie singen. Der Song heißt High Woman. Besonders schön ist, dass meine Tochter Lea in dem Song mitsingt. Der Name erinnert an Lili Boulanger, die als erste weibliche Komponistin 1913 den Prix de Rome, einen der wichtigsten Musikpreise der Klassik gewonnen hat und damit den Weg für die Frauen in der Musik geöffnet hat. Denn auch heute noch haben es Frauen schwer, ihr Weg ist härter. Ein Mann kann über 50 sein, silbergrau und man findet ihn immer noch bewundernswert. Bei einer Frau sind die meisten Menschen immer kritisch, wenn sie älter wird. Motto: Ach jetzt hat sie ja auch schon Falten, will man sie überhaupt noch sehen. Auch im Theater ist das Verhältnis immer pro Mann, auch, wenn sich das zum Glück gerade ändert.

    Aktuell spiele ich in Berlin das Stück Frauensache von Lutz Hübner mit sechs Frauen auf der Bühne. Es geht um das leider immer wieder aktuelle Thema Abtreibung. Solche Stücke und das Projekt mit den 50 Frauen helfen, etwas zu bewirken. Man sieht, ich habe es mit den Frauen. (lacht) Dazu passt, dass ich ein wunderbares Hörbuch gesprochen habe, das gerade rausgekommen ist: Camille Laurent, ‚Es ist ein Mädchen‘. Laurent wurde in den 1960ern Jahren groß und beschreibt den damaligen Umgang mit ihr und wie schwer es für sie war in dieser Zeit kein Junge, sondern nur ein Mädchen zu sein. Auch sie hatte Sehnsucht nach einem besseren Leben.

    Foto: © Jan Stapelfeld

    Die neue Single gibt‘s online, z.B. über www.marionelskis.de und hier geht es zum Song ThanXlili

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    Kai Wehl
    Chefredakteur von Alster und Alstertal Magazin
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