Sonntag, 29. Mai 2022
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    Eine Bühne für den inklusiven Segelsport

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    Am 2. April eröffnete der Norddeutsche Regatta Verein zusammen mit Staatsrat Christoph Holstein, der Bezirksversammlungsvorsitzender Priscilla Owosekun-Wilms und Haspa-Vorstandssprecher Dr. Harald Vogelsang seinen neuen NRV Inklusionshafen und den NRV Haspa Jugendhafen an der Alster. Ein passender Rahmen, um auch gleich einen nachhaltigen Opti, vier S/V 14 und einen 420er für die Jugend zu taufen.

    Mit der Erweiterung der Steganlage des Norddeutschen Regatta Vereins an der Schönen Aussicht 37 ist eine einzigartige und einladende Anlage für den inklusiven Segelsport geschaffen worden, die darüber hinaus noch den Ausbau der Jugendausbildung im Club ermöglicht. Die feierliche Eröffnung wollten sich viele NRVer nicht entgehen lassen. So war der Steg bei herrlichem Sonnenschein und allerdings sehr kühlem Wind dann auch gut gefüllt. Mit dabei waren unter anderem die beiden Architekten Hadi Teherani und André Poitiers, Topseglerin Susann Beucke, Kultsegelmacher und Titelsammler Frank Schönfeldt, Segelprofi Tim Kröger und Schauspieler Simon Licht.

    Die Redner der Eröffnung: Staatsrat Christoph Holstein, Haspa Vorstandssprecher Dr. Harald Vogelsang, Christian Au, NRV Mitglied und S\V 14 Segler, Hauptpastor Alexander Röder, Priscilla Owosekun-Wilms, Vorsitzende Bezirksversammlung Nord, Nicole Germershausen, NRV Vorständin Jugend, Tobias König, NRV Vorsitzender,  (v.l.) © Lars Wehrmann

    Der NRV HASPA Jugendhafen, der NRV Inklusionshafen und der barrierefreie Umbau der bestehenden Anlage fußen auf einer erheblichen Unterstützung durch die Hamburgische Bürgerschaft, die Bezirksversammlung Nord und die Hamburger Sparkasse. Erst diese Zuschüsse und das zusätzliche Engagement von Förderern, Stiftungen und Mäzenen ermöglichten die Realisierung des umfangreichen Projekts, das als Leuchtturmprojekt neue Wege aufzeigt: Der neue Hafen soll eine Heimat für den inklusiven Segelsport mitten in Hamburg sein, getragen durch eigene inklusive Initiativen und insbesondere auch durch innovative Kooperationen mit anderen Vereinen und Organisationen. 

    Die Vorsitzende der Bezirksversammlung Nord Priscilla Owosekun-Wilms, Haspa Vorstandssprecher Dr. Harald Vogelsang und NRV-Kommodore Gunther Persiehl (v.l.) eröffneten den NRV Haspa Jugendhafen. © Kai Wehl

    Genau für diess Miteinander in Zeiten, in denen „die Gesellschaft von zentrifugaler Wirkung erfasst wird“, bedankte sich Staatsrat Christoph Holstein beim NRV in seiner Eröffnungsrede: »Sie sind auf dem Weg einer der modernsten Segelclubs Deutschlands zu werden. Heute gehen Sie einen Schritt weiter auf einem Weg, den Sie vor einer längeren Zeit eingeschlagen haben, auf dem Sie sich verstärkt zu einer gesellschaftlichen Verantwortung bekennen und die auch umsetzen.«… »Sie setzen ein Zeichen und Sie helfen uns, der Stadt, gleichzeitig, unsere Stadt als ein Motor des inklusiven Segelsport zu profilieren und zu positionieren. Ich danke Ihnen dafür sehr!« 

    Auch der Bezirk Nord hat sich gern an dem Projekt beteiligt. Priscilla Owosekun-Wilms, Vorsitzende der Bezirksversammlung Nord, erläuterte noch einmal die Gründe, warum sich der Bezirk damals für die Förderung entschieden hätte. Einer davon sei die Vorbildfunktion gewesen: »“You can´t be what you can`t see“. Es ist eben nicht so, dass Menschen mit Behinderung oder Menschen, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind, weniger Segeln, weil sie kein Interesse haben oder es nicht können. Was fehlt sind einfach viel mehr Vorbilder und Ressourcen.«, sagte die Vorsitzende der Bezirksversammlung Nord. 

    Haspa Vorstandssprecher, Dr. Harald Vogelsang, begrüßte das Miteinander, das durch den neuen Hafen entsteht: »Der Jugend- und Inklusionshafen ist ein ganz besonderes Projekt. Menschen, Zukunft und Sport stehen hier im Mittelpunkt. Wenn Jugendliche und Hamburger mit Handicap gemeinsam auf dem Steg stehen und von hier aus mitten in unserer Stadt segeln können, dann ist das großartig. Diese Idee haben wir sehr gern unterstützt. Es ist ein weiterer Baustein mit dem die Haspa die Active City mit Leben füllt«, sagte Dr. Harald Vogelsang, Vorstandssprecher der Hamburger Sparkasse. 

    NRV Vorsitzender Tobias König betonte in seiner Begrüßung, wie dankbar der NRV für die umfassende Unterstützung ist: „Wir sind unglaublich dankbar, dieses Projekt durch Ihre Hilfe realisiert haben zu können. Die zunehmende Begeisterung, die wir bei unserer Inklusionsoffensive erleben, ist berührend und macht Mut sich weiter zu engagieren. Danke, Hamburgische Bürgerschaft. Danke, Bezirksversammlung Nord. Danke Haspa und Danke Eberhard Wienholt, stellvertretend für alle Mäzenen und Stiftungen, die den NRV in seiner Arbeit so großzügig unterstützen!“ 

    „Ich taufe dich auf den Namen Helga“ … Silbermedaillengewinnerin Susann Beucke und der NRV-Vorsitzende Tobias König. Die Bootsklasse S/V14 ermöglicht zwei Personen inklusives Segeln. © Lars Wehrmann

     Für die Inklusionsoffensive, die der NRV 2019 unter dem Motto »Verantwortung für Morgen« startete, sind die neuen Häfen und der Umbau des Clubgebäudes das Grundgerüst, das nun mit Leben gefüllt werden kann. Einige Projekte dieser Initiative hat der NRV seit dem Start schon auf den Weg gebracht; diese können nun nachhaltig reifen und viele neue können entstehen. Dazu gehören u.a. inklusive Regatten, wie der Helga Cup, der Helgahard Cup, die Ü75-Regatta und die ersten beiden inklusiven Segelweltmeisterschaften, die der NRV an der Alster die erfolgreich ausgerichtet hat.Überregional bekannt ist mittlerweile das Gemeinschaftsprojekt des NRV und des FC St. Pauli Segeln ‚Gelebte Inklusion auf der Regattabahn‘ bei dem sowohl Sehbehinderte, Sehende sowie Gehörlose und Hörende ohne besondere Verrechnung oder besondere Berücksichtigung jeweils mit einer J/70 erfolgreich an den Regatten der Kieler Woche teilgenommen haben. Mit noch mehr Teams und noch mehr Unterstützung wächst dieses Leuchtturmprojekt jetzt weiter und animiert andere, es ihnen gleich zu tun. 

    Ganz neu ist die Anschaffung des ersten nachhaltigen Optis für die Jugend – einen ‚Flachsopti‘ –, mit dem der NRV Nachhaltigkeit schon bei den Kleinsten demonstrieren möchte.  Der Flachs-Opti der neugegründeten Firma „KHULULA“ ist das erste recycelbare Serienklassenboot der Welt, gefertigt aus Flachs, Basalt und recycelten Karbon. Sein CO2 Fußabdruck ist 85 % kleiner, als der der derzeit in China produzierten Serienoptis.

    Juli taufte den ersten nachhalltigen Opti der NRV-Flotte, er besteht größtenteils aus Flachs. © Lars Wehrmann

    Khulula wurde vor einem Jahr von Schauspieler und Segler Simon Licht und seinem Partner Holger Ambroselli gegründet mit dem Ziel, das „vorhandene Bewusstsein von Nachhaltigkeit endlich auch auf die Straße zu bringen und einen Beitrag zur Rettung unseres Planeten zu leisten“, wie Licht bei der Präsentation des Optis erklärte.  

    Optibauer und Schauspieler Simon Licht (Mitte) mit den Hamburger Segellegenden Frank Schönfeldt und Tim Kröger (r.) © Kai Wehl

    Die Hafeneinweihung war der passende Rahmen, diesen neuen Opti zu präsentieren und zu taufen. Genauso wie die vier speziell für das inklusive Segeln angeschafften S/V 14 Segelboote, die u.a. von Olympiasilbermedaillengewinnerin Susann Beucke getauft wurden. Und einen 420er für die Jugendabteilung gab es auch noch.

    Susann Beucke (holte in Tokio zusammen mit Tina Lutz Silber im 49erFX) taufte einen von vier S/V 14 und fachsimpelte mit Segelreporter und Topsegler Carsten Kemmling. © Kai Wehl

    Alles in allem war die Eröffnung ein Startschuss in eine neue Zeit, der trotz allem Mut und Hoffnung macht, passend zum Start in die neue Segelsaison, die seit zwei Jahren erstmals wieder pünktlich Ende März starten konnte.  Mehr Infos zum Verein gibt es auf www.nrv.de. Infos zur Bootsklasse S/V 14 gibt es HIER.

    Aufmacherfoto: Gleich vier S/V 14 wurden im ersten inklusiven Segelhafen Hamburgs getauft, um noch mehr Menschen inklusives Segeln ermöglichen zu können. © Kai Wehl

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    Kai Wehl
    Chefredakteur von Alster und Alstertal Magazin
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