Freitag, 12. August 2022
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    Poesie in Wort und Klang

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    Ein bisschen Ablenkung kann in diesen Tagen nicht schaden. Für die sorgen der Wellingsbütteler Schauspieler Marek Erhardt und die Pianistin Jasmin Böttger in Winterhude – mit fröhlichen und besinnlichen Gedichten und abwechslungsreicher Klaviermusik.

    Ihr tragt Gedichte vor. Mutig, denn sind sie überhaupt noch zeitgemäß?
    Marek Erhardt: Dazu vorab, ganz so eng ist das Programm, das ich mit Jasmin ja schon einmal im vergangenen Jahr gespielt habe, nicht gefasst. Es sind auch Kurzgeschichten dabei. Und es gibt auch keine schwere Prosa, sondern wirklich Dinge zum Lachen und Schmunzeln. Neben Kästner oder Rilke sind auch neuere Autoren dabei, denn ich möchte dem Publikum nicht nur Dinge präsentieren, die es schon kennt. Also um die Frage zu beantworten, ja sind sie.

    Du sagst, euer Programm ist eher heiter. Habt ihr überlegt, wegen des Ukraine-Krieges auch andere Texte vorzulesen?
    Wir haben uns diesbezüglich bereits Gedanken gemacht. Das hatten wir übrigens auch bei unserer ersten Aufführung getan, denn die lag voll in der Coronazeit. Wir wollten, dass die Leute wieder fröhlicher werden. Das gilt jetzt natürlich auch, aber wegen der katastrophalen und bedrohlichen Lage kann ich mir sehr gut vorstellen, dass wir diesmal erst recht das Programm kurzfristig der Situation anpassen. Die Welt dreht sich immer schnell und dementsprechend reagieren wir auch – das kann auch die Musik betreffen – ich bin aber jemand, der lieber agiert als reagiert.

    Hast du einen Lieblingsdichter oder Lieblingsautoren?
    Ich liebe Ringelnatz, weil bei ihm vieles so unerwartet ist. Und so alt seine Sachen auch sind – sie passen zum Teil super in unsere Zeit. Auch Kästner finde ich ganz toll. Gerade seine Gedichte und Prosa neben den Sachen, die man aus der Schule kennt, sind großartig. Aber ich suche für mein Programm immer auch Literatur von jungen Autoren aus, weil ich es ganz wichtig finde, Leuten Dinge zuzuführen, die sie nicht kennen. Im Grunde genommen wie eine Buchempfehlung. Denn schon häufig kamen Zuschauer nach Lesungen zu mir und fragten nach den Quellen. Das freut mich, denn ich junge Kollegen unterstützen und immer nur das Alte kann jeder.

    Nenn doch mal ein Beispiel.
    Sei mir nicht böse, aber ich möchte das Publikum überraschen.

    Liest du privat selber Gedichte und Kurzgeschichten oder
    tust du es nur für dein Programm?

    Ja tue ich. Sie sind bereichernd und vor allem bin ich jemand, der auf Geburtstagen oder Hochzeiten bei Freunden im privaten Rahmen gerne Reden hält und da baue ich gerne bekannte Sprüche ein. Wir sind ja alle noch mit Literatur aufgewachsen – frag mal, was unsere Kinder später machen. Es ist natürlich auch Sache der Schule, die Kids ranzuführen. Meine Tochter hatte gerade im Unterricht die Schachnovelle. Ich habe sie noch mal gelesen und gar nicht mehr gewusst, wie toll das Buch ist. Ganz ehrlich, in der Schule hat sie mich nicht so begeistert. (lacht)

    TIPP & VERLOSUNG:

    „Eine Zeitreise mit alten Bekannten“ – Gedichte von Kästner, Ringelnatz und Morgenstern (Marek Erhardt) und Klaviermusik – Klassik bis Jazz (Jasmin Böttger).
    Wann: 25. April, 19:30 Uhr, Wo: Komödie Winterhuder Fährhaus. Mehr Infos und Rest-Tickets für 23 Euro gibt es über www.komoedie-hamburg.de

    Wir verlosen 3×2 Karten. Wer zwei gewinnen möchte, der sendet eine E-Mail mit dem Stichwort „Poesie“ an redaktion@alster-net.de
    Einsendeschluss: 20.04.2022. Die Gewinner:innen werden unter allen Teilnehmenden ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Aufmacherfoto: Jasmin Böttger spielt passend zu den Texten Klassik und Jazz. © Jasmin Böttger / Marek Erhardt liest fröhliche Gedichte und Kurzgeschichten. © Yvonne Schmedemann

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    Kai Wehl
    Chefredakteur von Alster und Alstertal Magazin
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