Mittwoch, 30. November 2022
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    Ist Charisma lernbar?

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    Das wird Schauspieler und Coach Lutz Herkenrath oft gefragt: „Meist steht hinter der Frage die Vermutung, dass es halt ein Gottesgeschenk sei; manche haben es und andere haben Pech gehabt – ich teile diese These nicht“, erklärt der Winterhuder. Lesen Sie drei Tipps von ihm in einem Gastbeitrag für ALSTER-AKTUELL. Mit etwas Glück können Sie auch sein Buch „Wirken kommt vom Selbst“ gewinnen. Wir verlosen drei Exemplare.

    Präsenz ist Bewusstsein multipliziert mit Training

    Wenn manche Leute einen Raum betreten, haben wir das Gefühl, dass er von ihrer Anwesenheit ausgefüllt ist. Scheinbar mühelos fliegt diesen Menschen alles zu, sie finden traumwandlerisch die richtigen Worte und alles scheint sich nach ihrem Willen zu entwickeln. Wir sind fasziniert von ihrer Ausstrahlung, ihrem Charisma. Diese Menschen machen nachweisbar schneller Karriere und erhalten eher Führungsverantwortung im Job. Präsent sein heißt anwesend sein. Vollkommen anwesend. Mit allem, was ich habe und bin. Nun können Sie natürlich einwenden, dass Sie doch anwesend sind, sobald Sie körperlich da sind. Aber das stimmt häufig nicht: Wie oft sind wir in Gedanken, bei unseren Ängsten und Befürchtungen, bei unseren Kommentaren über die anderen oder Vermutungen über die Kommentare der anderen zu uns? Ein nicht geringer Teil von uns lauscht dem „inneren Monolog“. Und genau dieser Teil fehlt in der Ausstrahlung. Haben präsente Menschen diese Gedanken und Kommentare nicht? Doch, natürlich. Aber sie haben offensichtlich einen Weg gefunden, das Radio im Kopf leiser zu stellen.

    Diese drei Werkzeuge für bessere Ausstrahlung können Ihnen dabei helfen:

    1) Leben Sie von Ihren Stärken oder von Ihren Schwächen?
    Überprüfen Sie Ihre Resonanz. Wenn ich bei einem Konzertflügel die Taste für das „C“ drücke, wird die „C“-Saite angerissen und erklingt. Die Nachbarsaiten bleiben ruhig, aber die 2- und 3-gestrichenen „C“-Saiten geraten ebenso in Schwingung, sie gehen in Resonanz, weil die Obertöne gleich sind. Dieses physikalische Gesetz (konstruktive Resonanz verstärkt sich), lässt sich anschaulich auf die menschliche Kommunikation übertragen. „Ähnliche Energien ziehen sich an.“ Wenn ich z.B. von Versagensangst erfüllt bin, ziehe ich förmlich meine Kritiker an, die immer noch mehr Fehler bei mir entdecken – ein fataler Kreislauf beginnt.
    Lob und Kritik sind beides auch ein Echo der Anderen auf meine eigene Energie.
    Nach dem Gesetz der Resonanz kann nur etwas schwingen, was auch vorhanden ist. Deshalb richten Sie den Scheinwerfer Ihrer Aufmerksamkeit auf Ihre Stärken, getreu dem Motto: Es ist so viel leichter, Stärken zu stärken als Schwächen zu schwächen.
    Kennen Sie Ihre Stärken? Machen Sie eine Liste! Überwinden Sie Ihre Sorge, peinlich zu wirken und fragen Sie gute Freunde, welche Stärken sie in Ihnen sehen. Das ist eine höchst wirksame Übung zur Stärkung Ihres Selbstbewusstseins.

    2) Achten Sie auf Ihren emotionalen Subtext.
    Die sorgfältige Wahl Ihrer Worte ist wichtig. Aber noch viel wichtiger ist es, WIE Sie diese Worte sprechen. Denn das Wie transportiert Ihre Haltung zum Gegenüber, Ihre Gefühle und Ihre Glaubenssätze. Im Wort Stimmung steckt das Wort Stimme; die Stimme transportiert die Stimmung sofort und unmissverständlich. Also ist es von entscheidender Bedeutung, vor einem wichtigen Gespräch, sei es im Job oder im Privatleben, die innere Haltung zu überprüfen: Wie geht es mir, wenn ich an das Treffen mit diesem Menschen denke? Gibt es „unerledigte Geschäfte“, also alte Konflikte oder alten Groll, die mich hindern, offen in dieses Gespräch zu gehen? Denn eins ist sicher: Auch wenn wir es nicht zeigen wollen, der Andere wird es auf der Gefühlsebene bemerken. Sie können Ihren Subtext bewusst beeinflussen, wenn Sie in einer schwierigen Verhandlung, Konfrontation, Präsentation usw. sind: Mein Lieblingssubtext in brenzligen Situationen lautet: „Achtung, jetzt beginnt eine Trainingseinheit.“

    3) Erlauben Sie sich, Fehler zu machen.
    Wir machen uns zu selten klar: Wenn wir keine Fehler machen dürfen, werden wir nicht wachsen. Ich kann nicht etwas Neues lernen und dabei gleichzeitig gut aussehen. Die Belohnung für die Überwindung meiner Angst ist Wachstum. Lösen Sie sich aus freiem Entschluss (!) von der Strenge des Satzes „Ich kann mir keine Fehler verzeihen“ und erlauben Sie sich die Einstellung: „Mehr als schiefgehen kann es nicht.“ Das ist der schnellste Weg vom Perfektionismus (Abwesenheit von Fehlern) hin zu Brillanz (größtmögliches persönliches Wachstum).
    Sind Sie bereit zu leuchten? Ich habe einen Online-Test entwickelt, mit dem Sie das rausfinden können – HIER geht es zum Test.

    Foto: Schauspieler, Coach und Autor: Lutz Herkenrath. © David Knipping

    TIPP UND VERLOSUNG

    Lutz Herkenrath ist Schauspieler (Ritas Welt), Coach und Autor. Unter anderem des Praxishandbuches „Wirken kommt vom Selbst“, Rutschbahn Verlag Hamburg, 2019, Broschiert, 226 Seiten, 18,90 Euro.
    Wir verlosen drei Exemplare, wer eines gewinnen möchte, der sendet bis zum 31.08. eine Mail mit dem Stichwort „Coach“ an redaktion@alster-net.de. Die Bücher werden unter allen Teilnehmer:innen verlost, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Anzeigen-Spezial
    Kai Wehl
    Chefredakteur von Alster und Alstertal Magazin
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