Samstag, 25. September 2021
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    Das Kreuz mit dem Kreuz – keine Frage des Alters

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    Probleme mit dem Kreuz sind keine Frage des Alters. Das zeigen Daten der KKH Kaufmännische Krankenkasse anlässlich des Tages der Rückengesundheit – heute am 15. März. Demnach sind vor allem immer mehr jüngere Erwachsene wegen Beschwerden an Rücken, Schulter und Nacken in ärztlicher Behandlung.

    So stieg der Anteil bei den 25- bis 29-Jährigen von 2009 auf 2019 um zehn Prozent – bei den Männern sogar um gut ein Fünftel, bei den 30- bis 34-Jährigen um fast acht Prozent. Auch die 40- bis 49-Jährigen plagen zunehmend Rückenprobleme. Bei Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 19 Jahren gingen die Arztbehandlungen hingegen um fast sieben Prozent zurück. Bundesweit liegt die Steigerungsrate im betrachteten Zeitraum über alle Altersgruppen hinweg bei mehr als sechs Prozent. Männer sind mit einem Plus von gut 12 Prozent im Schnitt stärker betroffen als Frauen (knapp fünf Prozent).

    Gleich ob bei der Arbeit, in Schule oder Studium, Auto und Bus oder daheim vorm PC und Fernseher: „Unser Rückgrat ist nicht für den modernen, körperlich meist inaktiven Alltag gemacht“, erklärt KKH-Sportexperte Ralf Haag. „Den dominiert langes Sitzen, und das ist Gift für unseren Rücken.“ Bei etlichen führt das zu Rückenschmerzen. Manch einer verordnet sich dann Schonung, doch davon rät Haag ab. „Denn eine Kernursache für Rückenbeschwerden ist Bewegungsmangel. Wer sich zu wenig bewegt, riskiert, dass die Muskulatur verkümmert und daher die Wirbelsäule nicht optimal stützen kann.“ In der Folge können Fehlhaltungen und Fehlbelastungen auftreten, die zu Schmerzen führen.

    Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollten Erwachsene mindestens zweieinhalb Stunden in der Woche moderat bis intensiv körperlich aktiv sein, Kinder mindestens eine Stunde pro Tag. Wer sich danach richtet, kann eine Reihe gesundheitlicher Risiken wie Bluthochdruck, Diabetes oder einen Bandscheibenvorfall erheblich verringern. „Etliche von uns verbringen nahezu täglich viel freie Zeit mit der Nutzung von Computer, Smartphone und Fernseher“, sagt Ralf Haag. „Versuchen Sie, hiervon drei-, viermal pro Woche ausgiebige Bewegungseinheiten abzuzwacken.“

    Nicht nur unser Rücken wird es uns danken, denn regelmäßige Bewegung kräftigt und stabilisiert Muskeln und Knochen insgesamt. „Integrieren Sie so viel Bewegung wie möglich in den Alltag“, rät Haag. Das heißt: kurze Wege zu Fuß oder mit dem Rad statt mit dem Auto, Treppensteigen statt Fahrstuhl oder auch viel mit Kindern spielen. Wer nicht trainiert ist, integriert Bewegung Schritt für Schritt in seinen Alltag und arbeitet sich langsam an den WHO-Richtwert von mindestens 150 Minuten Aktivitäten pro Woche heran. Das beugt Überlastung vor – ebenso wie Frust und Demotivation durch Überforderung. Weiter wichtig:

    •             Vermeiden Sie statische Belastungen. Stehen Sie zum Beispiel während sitzender Tätigkeiten öfter mal auf, machen Sie zwischendurch ein paar Streck- und Dehnübungen und nutzen Sie die Mittagszeit für einen Spaziergang.

    •             Viele Stunden mit Smartphone und Tablet begünstigen Verspannungen von Rücken-, Nacken- und Schultermuskulatur. Daher öfter pausieren und raus an die frische Luft.

    •             Den Rücken mit gezielten Übungen regelmäßig effektiv stärken, zum Beispiel mit einem Theraband. Da reichen bereits zehn Minuten täglich, und Spaß ist garantiert.

    •             Zu den idealen Sportarten für den Rücken zählt Schwimmen. Es stärkt die Rückenmuskulatur, ohne die Gelenke zu belasten, obendrein wirkt Wasser entspannend. Auch Klettern und Rudern fördern die Rückengesundheit.

    Meist sind Rückenschmerzen Folge von Bewegungsmangel, ferner von Fehlbelastungen, Verspannungen oder Stress. Seltener sind Erkrankungen wie ein Bandscheibenschaden oder Rheuma der Grund. In jeden Fall gilt, die Ursache für die Beschwerden ärztlich abklären zu lassen, damit sie nicht chronisch werden.

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    Kai Wehl
    Chefredakteur von Alster und Alstertal Magazin
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