Donnerstag, 30. Juni 2022
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    Hamburger Radio-Geschichte

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    Das Funkhaus des NDR an der Rothenbaumchaussee ist jetzt seit 90 Jahren in Betrieb. Im Januar 1931 gab es darin das erste Konzert. Wir blicken zurück auf eine Hamburger Institution in Harvestehude.

    Rothenbaumchaussee 132 – das wurde im Januar die erste Adresse für Radio aus Hamburg. Auf dem Gelände in Harvestehude wurde damals nämlich das Funkhaus der Nordischen Rundfunk AG (Norag) eingeweiht. Radio war damals noch etwas ganz Neues. In den Jahren zuvor hatten sich in den Städten des Reichs Rundfunkgesellschaften gegründet in Hamburg 1924, zunächst in den Räumlichkeiten des Fernmeldeamtes in der Binderstraße. Gesponsert war die Unternehmung von privaten Investoren; alles stand unter der Aufsicht des Staates. So musste man sich auch, wenn man Radio hören wollte, bei der Post zunächst anmelden und dann für seinen Empfänger monatliche Gebühren zahlen.

    Das Funkhaus, nach anderthalbjährigen Umbau, wurde Ende 1930 fertig gebaut. Hier befanden sich: Funklaboratorium, technische Einrichtungen in Kellerräumen, Uhrenturm und großer Sendesaal mit Schallabsicherungen gegen die Untergrundbahngeräusche und mit den hydraulisch verschiebbaren Wänden. Damals hieß der NDR, die Nordische Rundfunk AG (Norag), die am 16.01.1924 in Hamburg gegründet wurde. Erster Intendant: Hans Bodenstedt.

    Von anfangs 70.000 Hörern wuchs die Zahl bis 1931 auf stattliche 621.000 hier sind wohlgemerkt nur diejenigen mitgerechnet, die brav ihre Rundfunkgebühren zahlten, dazu dürfte noch eine hohe Zahl an Schwarzhörern gekommen sein. Und auch das Rundfunk-Angebot der Norag erweiterte sich. Dafür waren die Büros im Fernmeldeamt bald zu klein. Die Engelbrechtsche Villa, ein repräsentatives Patrizierhaus in der Rothenbaumchaussee, wurde zur Entlastung angemietet. Als sie dann 1929 zum Verkauf stand, bekam die Norag den Zuschlag. 

     

    Wahrzeichen: Die 2 Meter große Turmuhr wird von einer eigenen Zeitdienstanlage im Uhrenraum im Takt gehalten.

    Auf dem Grundstück sollte das Hamburger Architektenbüro Alfredo Puls und Emil Richter ein Gebäude konzipieren, das dem gestiegenen Einfluss des Rundfunks Rechnung trug und den damals üblichen Standards an Aufnahme- und Sendtechnik genügen sollte. Dazu gehörten bewegliche Wände und eine absenkbare Decke mit Kork-Stalaktiten, absenkbare Orchesterflächen und etliche kleinere Räume, die unterschiedliche akustische Eigenschaften hatten, je nach Anforderung der Aufnahme. Das Eröffnungskonzert des Hauses wurde mit Begeisterung aufgenommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte der Nordwestdeutsche Rundfunk, dann der NDR die Tradition fort bis heute. Aktuell werden leider keine Führungen im Landesfunkhaus in der Rothenbaumchaussee angeboten.

    Dunkle Zeiten: Die Nazis fanden in der bestehenden Rundfunkarchitektur ein willkommenes Propagandainstrument. Bild von März 1936.
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