Samstag, 24. Oktober 2020
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    Gänsehautmomente beim Helga Cup

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    Unter dem Motto „Bunt, divers und inklusiv“ ging der Helga Cup 2020 als eine Art „Coronaedition“ zwar deutlich kleiner an den Start, dafür mindestens so energiegeladen und begeisternd wie die Jahre zuvor. Und vor allem wurde diesmal auf gleich zwei Bahnen gesegelt, mit den Bootsklassen J70 und S\V 14, die inklusives Segeln ermöglicht.

    „Selten hab ich mich, so frei bei einem Event gefühlt. Ich kann einfach ich sein und nicht ich im Rollstuhl“, schwärmte Bahnradolympiasiegerin Kristina Vogel, die die Schirmherrschaft für den Helga Cup übernommen hatte und sich richtig wohl fühlte auf dieser einzigartigen und weltweit größten Frauensegelregatta mit einem ganz speziellen Groove, der für alle Teilnehmerinnen das Event zu einer unfassbar einmaligen Veranstaltung macht. Der Helga Cup fand 2020 trotz Corona als eines der wenigen TopTen Events der Stadt Hamburg statt und blieb was er ist – eine faszinierende reine Frauensegelregatta, der es gelingt, Frauen aus allen Bereichen, unabhängig der seglerischen Herkunft, unabhängig der seglerischen Erfahrung, ins Boot und ans Steuer zu holen.

    Am Wochenende gab es dank der des Windes und der Klasse J70 ein bisschen Cupperfeeling auf der Alster. © Lars Wehrmann/Helga Cup


    42 J70 Team segelten über drei Tage insgesamt 45 Wettfahrten und 484 Seemeilen und lieferten sich am Ende ein packendes Finale der besten 10. Der Wettergott hatte für dieses letzte Rennen des Helga Cup alles gegeben: Sonne, Wolken und knackige Böen mit bis zu 35 Knoten. Nur die Zuschauer wussten, dass das vorne mitfahrende Team Uppfrontinas wegen eines nichtbereinigten Frühstarts nichtgewertet werden würde. Das ‚HSC Women Team’ war als führendes in das Finalrennen gestartet und musste nach einem Fauxpas an der Luvtonne fast aufgeben. Während es zwischenzeitlich dann so aussah als sei es ein Zweikampf zwischen den ‚Goldelsen‘, und den ‚Sahneschnitten‘ um den Sieg, rauschte am Ende dann doch das HSC Women Team mit einem überzeugenden Gennakerritt als Finallaufdritte und damit Gesamtsieger Helga Cup 2020 ins Ziel.

    Am besten kam mit den Bedingungen das HSC Women Team mit Silke Basedow, Marion Rommel, Luisa Krüger und Juliane Zepp zurecht und holte sich den „Pott“. © Lars Wehrmann/Helga Cup


    Auf der neueingeführten S\V 14 Bahn segelten 5 inklusive Teams um den Helga Cup 2020. Die S\V 14 ist ein noch junges Inklusionsboot, das es auch Menschen mit Behinderungen, wie zum Beispiel der seit ihrem Unfall querschnittsgelähmten Kristina Vogel, oder der mehrfachen Paralympioniken Kirsten Bruhn ermöglicht auf dem Wasser im Boot zu segeln. Bei den letzten Rennen am Finaltag ging es dann auch dort nochmal richtig zur Sache – die Alster hatte dem Helga Cup wunderbare Szenen aus Sonne, Wolken und richtig schönen Wind beschert, so dass die S\V 14 sogar gerefft auf die Bahn gingen. Am Ende gewinnt hier das Team Kirsten Bruhn/Luise Wanser vor Kristina Vogel/Anastasiya Winkel und Susanne Krause/Katharina Menge.

    Erstmals am Start beim Helga Cup, die Bootsklasse S\V 14, die inklusives Segeln ermöglicht. Hier an Bord das Team Kirsten Bruhn/Luise Wanser, das sich am Ende durchsetzte. © Sven Jürgensen/Helga Cup
    Und so konnten sich die beiden Sportlerinnen – Luise Wanser segelt erfolgreich im 470er und Kirsten Bruhn hat 3x paralympisches Gold im Schweimmen geholt – über einen weiteren Pott für die Vitrine freuen. © Lars Wehrmann/Helga Cup


    Das Feedback der Teilnehmerinnen war während und nach dem Cup überwältigend; vor allem auch der Mut des Norddeutschen Regatta Vereine als Ausrichter und Sven Jürgensens als Initiator und Organisator, überhaupt in diesen Zeiten den Helga Cup zu veranstalten, wurde nicht nur auf den Social Media Kanälen gelobt. So bedankte sich auch Silke Basedow, Steuerfrau des HSC Women Teams, in der Siegerehrung beim NRV an allererster Stelle „für den Mut, in diesem Coronajahr, trotzdem den Helga Cup auf die Beine gestellt zu haben und allen Seglerinnen so wunderbares Segeln zu ermöglichen“. Aber nicht nur dass Überhaupt war ein Thema, sondern auch das neue Kapitel „Inklusion“. Luisa Wanser, eigentlich 470 er Seglerin, nun erstmals zusammen mit Kirsten Bruhn auf dem Inklusionsboot S\V 14 unterwegs war überwältigt: „Ich bin so begeistert, ich finde diese Inklusionsboote sind super Boote und es ist so wichtig, dass wir diese Boote in der Stadt haben, ich bin meinem Verein dankbar, dass sie diese Regatta ausrichten, trotz Corona.“ Mit dieser Meinung stand sie nicht allein. Mehr Infos uns Bilder auf www.helgacup.de

    Aufmacherfoto: © Lars Wehrmann/Helga Cup

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